Das Projekt “Uni auf dem Acker” ging in die zweite Runde

Tobias Keye, Projektpartner vor Ort und Alumnus der Cusanus Hochschule, zeigt den Studierenden das Gelände des Guts Rothenklempenow.
Bild: Julian Schmalwasser

Wie kommen wir vor dem Hintergrund gravierender sozial-ökologischer Krisen zu einem weltzugewandten Verständnis von Wirtschaft und Natur? Und welche Impulse können daraus für eine kreative und nachhaltige Neugestaltung von Wirtschaft hervorgehen? Diese Fragen griffen die Studierenden des 2. Semesters auf, um mit Professor Stephan Panther und den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Theresa Steffestun und Johanna Hopp im zweiten Jahr in Folge ein transdisziplinäres Bildungsprojekt durchzuführen.

Vom 15.-21. Juli 2019 war die Gruppe im Rahmen des Bachelormoduls „Kontexte wirtschaftlichen Handelns“ auf dem Campus Rothenklempenow in Mecklenburg-Vorpommern zu Gast, um sich mit Natur als elementarem Kontext wirtschaftlichen Handelns auseinanderzusetzen. Der dort angesiedelte Biohof mit eigenem Hofladen, die BioBoden Genossenschaft und die Höfegemeinschaft Pommern, mehrere junge Start-Ups aus der Ernährungsbranche und der sogenannte „Weltacker“ bilden einen lebendigen Ort alterativen Wirtschaftens, den es für die Studierenden nicht nur zu erkunden, sondern während der Woche auch aktiv mitzugestalten galt. Begleitet wurde das Projekt von Tobias Keye, Alumnus des Masterstudiengangs Ökonomie, der die Höfegemeinschaft Pommern als Geschäftsführer leitet.

In fruchtbarer Verschränkung von Theorie und Praxis setzten sich die Studierenden mit der Ideengeschichte von Naturverständnissen, Natur in Umweltökonomik und ökologischer Ökonomie, dem Spannungsfeld Gender, Ökonomie und Ökologie und der Politischen Ökologie auseinander. Ergänzt wurden diese theoretischen Unterrichtseinheiten durch praxisorientierte Recherchen vor Ort: So trafen sich die Studierenden zum Mittagsgespräch mit Frau Blümel, der ehemaligen Leiterin der Landesproduktionsgenossenschaft Rothenklempenow, besichtigten das Hofgelände sowie die Arbeitsweise der Start-Ups Tlaxcalli und Lunch Vegaz in einer interaktiven Führung mit Tobias Keye und kamen mit zahlreichen Gästen der Veranstaltung „Start-Ups for Future – welches Wirtschaften braucht es heute?“ über klimarelevante Fragen wirtschaftlichen Handelns ins Gespräch.

In der sechstägigen Exkursion ist erneut deutlich geworden, dass durch den aktiven Dialog von Theorie und Praxis, von Studierenden der Philosophie und der Ökonomie, von Landwirt_innen und Unternehmer_innen, Ortsansässigen und Gästen ein vertieftes Verständnis über das Wirtschaften gefördert wird. Der Acker in Rothenklempenow ist somit im wahrsten Sinn des Wortes zum Boden von Bildungsprozessen geworden.

Ermöglicht wurde das Projekt durch die Akteur_innen vor Ort sowie die Helixor-Stiftung, die GLS Treuhand und die Professor Nowak Stiftung, die diese Studienexkursion bereits im zweiten Jahr finanziell unterstützten. Ihnen möchten wir an dieser Stelle unseren herzlichen Dank aussprechen! Vor dem Hintergrund der fruchtbaren Erkenntnisse des Seminars freuen wir uns darauf, dieses Projekt weiterzuentwickeln und hoffentlich im kommenden Jahr wieder in ähnlicher Form durchführen zu können.