„Gelingensgeschichten“ – Neue Publikation weist Wege aus der Krise

Welche Fähigkeiten besitzen Unternehmungen, die die Dynamiken des Strukturwandels aufnehmen, sie kreativ verarbeiten und in neue Ziele und Abläufe übersetzen? Dieser Frage ist eine Gruppe von Nachwuchswissenschaftler:innen der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung im Kontext der COVID-19-Pandemie mit ihrem Projekt »Gelingensgeschichten – Neue Narrative nachhaltiger Wirtschaft« nachgegangen. Mit Methoden der rekonstruierenden Sozialforschung haben sie Muster in der unternehmerischen Wahrnehmung, Deutung und Verarbeitung der Corona-Krise identifiziert. Die Forschungen belegen und inspirieren, wie Gestaltung unter Bedingungen von Unsicherheit gelingen kann. Sie bieten damit nicht nur einen Einblick in aktuelle Transformationen, sondern ermutigen und befähigen auch zur verantwortungsvollen Neugestaltung von anderen durch Krisen gekennzeichnete Bereiche der Gesellschaft.

Das Projekt war Teil der Lehrinnovationen, mit welchen die Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung im Sommersemester 2020 frühzeitig auf die Pandemie reagierte. Das Lehr-Forschungs-Projekt »Gelingensgeschichten« wurde von Lars Hochmann, Professor für Transformation und Unternehmung, initiiert und gemeinsam mit Nico Berthold, Jakob Fraisse, Marie Keune, Gesa Marken, Pina Schubert und Florian Wagner – alle Studierende des Masters Ökonomie – durchgeführt. Gesa Marken blickt zurück und resümiert: »Eine Praxis der Kooperation und des Vertrauens ist der zentrale Baustein, der transformative Unternehmungen von der bestehenden wettbewerbsorientierten Wirtschaft unterscheidet und es ihnen ermöglicht, Wege aus unsicheren Krisen finden – das ist mir in diesem Forschungsprojekt besonders bewusst geworden.«

Die Ergebnisse der gemeinsamen Forschung sind nun im metropolis-Verlag als Fachbuch im Print und Open-Access erschienen. »Wenn forschendes Lernen auf Gestaltungswillen trifft, landen die Ergebnisse nicht in der Schublade, sondern zwischen zwei Buchdeckeln«, unterstreicht Lars Hochmann. »Mit unseren Forschungen treffen wir den Nerv der Zeit. In diesem Buch zeigen wir, auf welche Fähigkeiten es jetzt ankommt, um den Krisen der Gegenwart gestalterisch und verantwortungsstark begegnen zu können.« Das gelte für die Pandemie, aber auch für andere große Herausforderungen wie die Klima- oder die Biodiversitätskrise. Im besonderen Fokus des Projekts stand der Wunsch nach Befähigung des Einzelnen und der Gemeinschaft. „Mit meinen Geschichten des Gelingens“, ergänzt Gesa Marken, „möchte ich zu einem neuen Verständnis von Wirtschaft beitragen«.

Für seine Projektarbeit konnte der Arbeitskreis im zurückliegenden Wintersemester eine Förderung der Dr. Hans Riegel-Stiftung einwerben, mit deren Hilfe die Publikationskosten gedeckt wurden. Weiterführende Informationen zum Buch finden Sie in der Pressebox von Lars Hochmann.