Initiative für eine neue Volkswirtschaftslehre: „Neue ökonomische Bildung für den Klimaschutz”

Wie wäre es, wenn inmitten der Klimakrise eine neue Generation von Wirtschafts- und Gesellschaftsgestalter:innen über starke Visionskräfte für eine lebenswerte Zukunft verfügte? Und auch über das notwendige Wissen und Können, diese inmitten einer ungewissen Welt zum Wohle von Mensch und Natur zu realisieren?

Einführende Lehrveranstaltungen in die Volkswirtschaftslehre prägen alljährlich das Denken von über einer Viertelmillion zukünftiger ökonomischer Entscheidungsträger:innen, allein in Deutschland. Doch seit Jahren wird deren Einseitigkeit und Weltfremdheit von Studierenden heftig beklagt. Denn ein umfassendes Krisenverständnis wird ebenso wenig vermittelt wie die grundlegenden Fähigkeiten, Krisen aktiv zu begegnen.

Die Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung geht hier seit ihrer Gründung andere Wege. Ökonomie, Nachhaltigkeit und Transformation bilden in ihrer Lehre durchgehend einen Dreiklang – beginnend bereits im Bachelorbereich.

Im Rahmen des neugeschaffenen Projekts “Neue ökonomische Bildung für den Klimaschutz” wird die Hochschule nun in den kommenden Jahren ein innovatives Basisstudium der Volkswirtschaftslehre entwickeln, das von anderen Hochschulen sowie Einrichtungen der Fort- und Weiterbildung übernommen werden kann und so in die gesamte Bildungslandschaft diffundieren soll.

Dorothea Sick-Thies, Unternehmerin, Aktivistin & Gründerin von Protect the Planet

„Wir werden gezielt neue Lehrveranstaltungen und Unterrichtsmaterialien entwickeln“, erklärt Prof. Dr. Silja Graupe, Leiterin des Instituts für Ökonomie an der Cusanus Hochschule, „die leicht verständlich die Wirtschaft in die Natur einbetten, Zusammenhänge der gegenwärtigen Wirtschaftsformen mit der Klimakrise kritisch aufzeigen, kognitive Blindheiten überwinden, wirksame wirtschaftspolitische Maßnahmen für den Klimaschutz verdeutlichen, in Strategien von Suffizienz und Postwachstum einführen sowie junge Menschen eigene Handlungsspielräume und Wirksamkeit entdecken lassen. Dieses didaktische Konzept möchten wir sodann in diversen Kontexten erproben und einführen. Die ökonomische Bildung wird so ein neues, ein zeitgemäßes Gesicht bekommen, um junge Menschen auch außerhalb unserer Hochschule zum Umgang mit Ungewissheit und zur nachhaltigen Zukunftsgestaltung zu befähigen.“

Um in der ökonomischen Bildungslandschaft einen wirksamen Wandel zu bewirken und in ihr eine zeitgemäße Volkswirtschaftslehre zu verankern, sollen im Rahmen des Projekts auch strategische Kooperationen und Partnerschaften aufgebaut bzw. gestärkt werden. Die Cusanus Hochschule wird dafür ebenso mit Jungendbewegungen wie Fridays for Future wie auch mit Unternehmer:innen, die sich aktiv für den Umwelt- und Klimaschutz engagieren, sowie mit anderen Universitäten und Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten.

Ermöglicht wird der Projektstart durch eine großzügige Spende der Unternehmerin Dorothea Sick-Thies, Gründerin u. a. der Klimaschutzorganisation Protect the Planet, mit der die Hochschule zukünftig eng zusammenarbeiten wird.

„Eines zeigt die Klimakrise überdeutlich: Unsere Art zu wirtschaften ist für unseren Planeten schlicht tödlich“, begründet Dorothea Sick-Thies ihr Engagement. „Die Transformation der Wirtschaft ist daher eine der dringlichsten Aufgaben, die wir angehen müssen. Die Entscheider:innen der Zukunft werden an den Hochschulen ausgebildet. Hier braucht es radikale Innovation und neue Strukturen. D.h., einen Fokus auf postfossiles, nachhaltiges Wachstum und Kreislaufwirtschaft zum Wohl unserer Erde statt Profitmaximierung ohne ethische Verantwortung. Deswegen unterstütze ich dieses so wichtige Projekt der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung.“