Institut für Philosophie in Japan

Während der beiden Osterwochen konnte die Zusammenarbeit der Cusanus Hochschule mit der japanischen Cusanus Gesellschaft, der Waseda Universität in Tokyo, der Universität Kobe und dem DFG-Forscherkolleg der Universität Trier „Lyrik in Transition“ durch gemeinsam veranstaltete Tagungen ausgebaut und vertieft werden.

Prof. Harald Schwaetzer, Prof. Kazuhiko Yamaki
und Prof. Hiroshi Yamamoto
Am 26. März traf sich die japanische Cusanus-Gesellschaft zu ihrem jährlichen Kolloquium. Die Einführung erfolgte durch Prof. Kazuhiko Yamaki (Waseda Universität), dem Vorsitzenden der Gesellschaft. Prof. Harald Schwaetzer sprach über das Thema „Ein jedes Bild malt sich selbst – Grundzüge einer Mythologie der Vernunft bei Nikolaus von Kues“. Er konnte in seinem Vortrag zeigen, wie das von Cusanus angewandte Verfahren, seine argumentativen Überlegungen systematisch in Bilder, Aenigmata umzuwandeln, vieles von einer Neuen Mythologie, wie sie der Deutschen Idealismus einige Jahrhunderte später programmatisch formuliert, vorwegnimmt. Anwesend waren u.a. Prof. Dr. Yoshiaki Yauchi, ebenfalls Waseda Universität und Frau Prof. Dr. Naoko Sato, Direktorin des Instituts für mittelalterliches Denken der Sophia-Universität. Den zweiten Hauptvortrag hielt Professor Shimada von der Tenri-Universität bei Nara zur negativen Theologie in Cusanus‘ De docta ignorantia.
Die Teilnehmer der Kolloquiums an der Waseda
Universität

Vom 27.-29. März folgte ein Kolloquium an der Waseda Universität zu „Poesie und Philosophie in Deutschland um 1800 und die Rezeption in der Gegenwartsliteratur“. Der vielsagende Untertitel lautete: Ein Gespräch zwischen den Philosophen und Literaturwissenschaftlern. Organisiert wurde die Tagung von der Cusanus Hochschule, der Waseda Universität und der DFG-Forschergruppe der Universität Trier, namentlich Prof. Kazuhiko Yamaki und Prof. Hiroshi Yamamoto von der Waseda Universität, Prof. Henrieke Stahl von der Universität Trier sowie Johanna Hueck und Harald Schwaetzer. Integriert in diese Tagung war ein Workshop zur Naturphilosophie, bei dem es darum ging, aus einer interkulturellen Perspektive heraus Grundlinien einer existentiellen Naturphilosophie angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen zu formulieren; hier waren besonders Kazuhiko Yamaki und Harald Schwaetzer beteiligt.
Die Teilnehmer der Tagung an der Universität Kobe

Nach Ostern, am 2. April begann der zweitägige „International Workshop on Humanities“ an der Graduate School of Humanities in Kobe. Die Kobe University, die Universität Trier und die Cusanus Hochschule arbeiteten gemeinsam an dem Thema: „Humanities in a Changing World: New Ways, Globalization, Responsibility“. Geleitet wurde die Konferenz von Prof. Hiroko Masumoto, langjähriges Mitglied der Kueser Akademie. Hier stand die Dimension der Verantwortung der Geisteswissenschaften für die Gegenwart im Vordergrund, was vor allem an den Vorträgen von Prof. Kazashi Nobue, Prof. Hiroko Masumoto und Prof. Yuho Hisayama von der Universität Kobe deutlich wurde. Die Tagung fand ihren Abschluss mit einem Empfang des Vizepräsidenten Noriyuki Inoue, der im Juni dieses Jahres gemeinsam mit dem Direktor des Europa-Instituts der Universität Kobe, Prof. Yui, seinerseits auch die Cusanus Hochschule mit einem Besuch beehren wird.

Aus den vielfältigen Kontakten ergeben sich konkrete Zusammenarbeiten. So wird Prof. Takahashi von der Universität Fukushima am 22. Juni an die Cusanus Hochschule kommen, um über die Situation, die mit dem Namen seiner Region verknüpft ist, zu sprechen. Prof. Yamaki wird bereits im Mai zur Summerschool „Naturphilosophie nach dem Ende der Natur“ in Bernkastel-Kues sein, um die gemeinsame Arbeit zur Naturphilosophie fortzusetzen. Mit der japanischen Cusanus-Gesellschaft ist ein gemeinsamer Kongress in Japan im Jahre 2022 ins Auge gefasst. Forschungsaufenthalte japanischer Cusanus-Forscher an der Cusanus Hochschule und der Kueser Akademie sind in Vorbereitung.