Klimaökonomie und die Ökonomie der Biodiversität im Fokus der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung

Die Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung setzt sich in Lehre, Forschung und gesellschaftlichem Dialog konsequent mit Fragen rund um den Klimaschutz, den Erhalt der biologischen Vielfalt sowie die globale Gerechtigkeit und  Generationengerechtigkeit auseinander. Ihr Präsident Prof. Dr. Reinhard Loske, zugleich Professor für Nachhaltigkeit und Gesellschaftsgestaltung, hat hierzu in den letzten Wochen und Monaten verschiedene Fachaufsätze, Buchbeiträge und Essays veröffentlicht, die auf vielfältige Resonanz gestoßen sind.

 

Zum Jahresbeginn hat Reinhard Loske in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in einem größeren Essay Überlegungen zur “Kritik der Politischen Ökonomie der Natur” formuliert, in denen er sich kritisch mit den gegenwärtigen Tendenzen zur Ökonomisierung der Natur auseinandersetzt. Sein Fazit: So wichtig es ist, dass Preise die “ökologische Wahrheit” sagen und so Anreize zum sparsamen Umgang mit Naturgütern geben, so falsch wäre es, sozial-ökologische Politik auf die Bepreisung der Mitwelt zu reduzieren und ihr so lediglich den Status von “Naturkapital” zuzubilligen. Vielmehr gehe es darum, die Natur verantwortungsvoll als Gemeinschaftsgut zu bewirtschaften, ihr Eigenrechte einzuräumen, Wachstumsgrenzen zu akzeptieren und neue Formen des nachhaltigen und kooperativen Wirtschaftens zu entwickeln. Loskes FAZ-Essay ist zugleich in englischer Sprache im Green House Think Tank unter dem Titel “The Economisation of Nature and its Services: The path to salvation or the wrong track?” erschienen.

 

Foto: Reinhard Loske

Mit der Ökonomie der Biodiversität befasst sich Reinhard Loske in seinem Essay “Warum der Erhalt der biologischen Vielfalt die Voraussetzung für erfolgreiches Wirtschaften ist”, der Ende März 2021 im Blog des wirtschaftsphilosophischen Magazins agora42 erschienen ist. In diesem Beitrag zeigt er, wie sehr die Leistungen der Natur für die Gesellschaft in unserem ökonomischen System unterbewertet werden, von der Bodenfruchtbarkeit über die lebensspendende Wirkung von sauberem Wasser, guter Luft und Klimastabilität bis hin zur biologischen Vielfalt und zu den Bestäubungsleistungen der Insekten. Als Lösung für diese systematische Unterbewertung der Natur durch die vorherrschende Wirtschaftswissenschaft sieht Loske aber nicht primär Monetarisierungs- und Inwertsetzungsstrategien, sondern konsequente Politik, in deren Zentrum der Naturschutz, die Kreislaufwirtschaft, eine andere Agrar- und Forstpolitik, eine nachhaltigkeitsorientierte Ausgabenpolitik des Staates und vor allem die Akzeptanz von Naturgrenzen stehen müssen. In leicht modifizierter Form ist der Text auch im stark frequentierten Online-Magazin Klimareporter erschienen.

 

In der Zeitschrift Gesellschaft – Wirtschaft – Politik, dem Flaggschiff der politischen Bildung im deutschen Sprachraum, ist dieser Tage von Reinhard Loske der Aufsatz “Die wuchtige Rückkehr des Elementaren: Warum Landnutzung, Naturschutz und Klimaschutz heute ins Zentrum guter Politik gehören” erschienen. In dem Text zeigt Loske am Beispiel der sogenannten Drei-Sektoren-Hypothese und der vorherrschenden Wohlstandsmessung mittels des Bruttoinlandsprodukts, wie eklatant die Naturvergessenheit der Mainstream-Ökonomik ist und zu welch fehlerhaften Politikempfehlungen diese führt. Gleichzeitig zeigt er aber auch, dass es im Bereich der Klima- und Biodiversitätsökonomie inzwischen vielversprechende Alternativansätze gibt, die auf gesellschaftliche Kooperation und die Wiedereinbettung der Ökonomie in Naturzusammenhänge zielen.

 

Zu dem von Thomas Hauser und Philippe Merz bei Kohlhammer herausgegebenen Sammelband “Vom Bürger zum Konsumenten. Wie die Ökonomisierung unser Leben verändert” steuerte Reinhard Loske einen Beitrag mit dem Titel “Die Ökonomisierung der Natur und ihrer Leistungen” bei, in dem er auch über seine politischen Erfahrungen als Bundestagsabgeordneter und Landesminister im Politikfeld Klimaschutz berichtet und erfahrungsbasierte Empfehlungen zu dessen anspruchsvoller Gestaltung gibt.