Krisen bewältigen: Studie zu unternehmerischem Handeln in der Corona-Pandemie startet

In der Corona-Pandemie haben Unternehmer:innen den Lauf der Krisenbewältigung maßgeblich mitgestaltet. Von ihrem Erfahrungsschatz aber profitieren Politik, Gesamtwirtschaft und Gesellschaft bislang  wenig.

Denn dieser Schatz zeigt sich nicht in Hochglanzprospekten, politischen Sonntagsreden oder statistischen Charts. Er verbirgt sich in Geschichten, die sich Menschen von ihren Erfahrungen – gute wie schlechte – untereinander erzählen und in denen sie intuitiv ihre Werte, Visionen und Zukunftsvorstellungen teilen. Genau diese Geschichten aber konnten aufgrund der Lockdowns in den letzten Monaten kaum erzählt und noch viel weniger gehört und verbreitet werden. Im öffentlichen Diskurs finden sie größtenteils überhaupt keine Beachtung.

Die Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung hat nun unter der Leitung von Prof. Dr. Silja Graupe die Studie „Unternehmerische Entscheidungen in Krisenzeiten“ initiiert, mit der sich das so wichtige Storytelling über die Corona Krise beleben, dokumentieren und zugleich auf eine neue Stufe heben lässt. Konkret gibt das Studiendesign Entscheidungsträger:innen Gelegenheit, in anonymisierter Form eine besondere Geschichte ihres Handelns in der Corona-Pandemie zu teilen und die dahinterliegenden Sinn-, Werte- und Zukunftsbilder offenzulegen.

Die Auswertung der Untersuchung soll wichtige Signale der Veränderung, die bislang in der Praxis verborgen liegen, detektieren und aufzeigen, welche Art von unternehmerischen Entscheidungen auch zukünftig zur Bewältigung von Krisen beitragen können. Gleichzeitig werden die gewonnenen Einsichten helfen, in den Wirtschaftswissenschaften ein besseres Verständnis über Entscheidungssituationen unter Ungewissheit zu erlangen und dieses für einen Wandel ökonomischer Menschenbilder ebenso wie der ökonomischen Bildung fruchtbar zu machen.

Die Studie ist Teil des größeren Forschungsprojekts „New Imaginative Economies“. Wissenschaftliche Projektpartner sind Cognitive Edge und das Cynefin Centre des walisischen Komplexitätsforschers Prof. Dr. David Snowden. Die Umfrage wird u.a. in Zusammenarbeit mit dem Senat der Wirtschaft, dem Weltethos Institut und dem Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik durchgeführt. Finanziell wird das Projekt von der Volkswagenstiftung im Rahmen ihrer Ausschreibung „Corona-Crisis and Beyond – Perspectives for Science, Scholarship and Society“ gefördert. Fragen dazu beantwortet Ihnen das Forschungsteam gerne unter imagine@cusanus-hochschule.de.

Nehmen Sie selbst an der Studie teil! Dies wird nicht mehr als 15-20 Minuten Ihrer Zeit in Anspruch nehmen. Insbesondere gefragt sind Menschen in Führungspositionen von Unternehmen und Organisationen mit ökonomischer Verantwortung. Den Link zur Studie finden Sie hier.