Lehren und Lernen in Krisenzeiten: Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung startet das Projekt “Narrative nachhaltigen Wirtschaftens”

In diesen Tagen startet die Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung das Projekt „Narrative nachhaltigen Wirtschaftens“. Dass dieser Schwerpunkt trotz der aktuellen Corona-Krise in die Praxis umgesetzt werden kann, freut die Organisator*innen. Mehr als zuvor wird das Projekt nun als Auftrag und Chance verstanden, die aktuellen Krisen zu erforschen, aus ihnen zu lernen und Handlungsoptionen für die globalen Gesellschaften zu entwickeln.

Im Rahmen des Projekts realisiert die Hochschule im laufenden Sommersemester unterschiedliche Bildungsformate im Bereich der Pluralen Ökonomik für ihre eigenen Studierenden, Studierende anderer Hochschulen sowie die breite Öffentlichkeit. Diese sollen dazu befähigen, vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie grundlegende Umbrüche in den handlungsleitenden Bildern und Narrativen über Wirtschaft zu reflektieren und sie für die Gestaltung nachhaltiger Wirtschaftsformen und sozial-ökologischer Transformationsstrategien fruchtbar zu machen.

Im Zentrum steht dabei das Lehren und Lernen in und an Krisenzeiten: Nicht abstraktes Wissen, sondern die Fähigkeiten zur Reflexion, Deutung und Gestaltung aktueller Geschehnisse sowie zukünftiger Handlungsoptionen sollen vermittelt werden. Dafür werden trans- und interdisziplinäre Ansätze, insbesondere aus dem Bereich der narrativen Forschung, der Imaginationsforschung und der Komplexitätsforschung fruchtbar gemacht und mit ökonomischen Theorien verknüpft.

Den Auftakt des Projekts bildet eine großangelegte digitale Ringvorlesung über die “Politische Ökonomie der Corona-Krise” für Hörer*innen inner- und außerhalb der Hochschule. Dieser Schwerpunkt soll durch Webinare, transdisziplinäre Forschungsprojekte, digitale Bildungsangebote sowie gesellschaftliche Interventionen ergänzt und ausgebaut werden.

Federführend für die Entwicklung des Projekts sind Prof. Silja Graupe, Prof. Reinhard Loske und Prof. Walter Ötsch. Als erste Förderpartnerinnen konnten die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), die Stiftung Evidenz sowie eine Stiftung des deutschen Mittelstandes gewonnen werden. Ein besonderer Förderschwerpunkt vor allem für die DBU sind dabei neue Formen der ökonomischen Bildung, die zur Gestaltung von Komplexität in Krisenzeiten befähigen. Darüber hinaus hat die Hochschule weitere Anträge mit spezifischen  Schwerpunktsetzungen bei anderen Förderinstitutionen gestellt.

Für die Hochschulleitung erläutert Präsident Reinhard Loske: “Wir sind sehr froh, dass es uns mit dem Projekt “Narrative nachhaltigen Wirtschaftens”  gelungen ist, ein forschendes Lernen mit großem Aktualitätsbezug zu etablieren. Es ist außerordentlich wichtig, dass bei der nun anstehenden Bewältigung der Krisenfolgen und der notwendigen Transformation unserer Wirtschaft nicht bloß vermeintliche Sachzwänge die Richtung bestimmen, sondern eine konsequente Ausrichtung an Zielen wie Nachhaltigkeit und Gemeinwohl. Dafür ist die gemeinsame Entwicklung von Konzepten gelingenden Wirtschaftens essentiell. Vor allem freuen wir uns, so schnell verschiedene Stiftungen als erste Förderpartnerinnen gewonnen zu haben.”