Neue Veranstaltungsreihe: „Zu Besuch @Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung

Im Februar startet unser neues Veranstaltungsformat „zu Besuch @Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung“. Mit diesen neuen, sog. „Sneak Peek-Seminaren“ möchten wir Interessierten aus der Öffentlichkeit einen Einblick in unsere Lehre geben und ein Forum schaffen, sich in einer anschließenden Diskussion mit unseren Studierenden und Dozierenden auszutauschen. Auch für Studieninteressierte bieten diese Veranstaltungen eine hervorragende Möglichkeit, sich über unsere Studienthemen zu informieren.  In diesem Jahr sind bereits mehrere Seminartermine geplant, die wie ein Großteil unserer Lehre digital über ZOOM abgehalten werden.

Die Auftaktveranstaltung „Claudia Brunner zu Besuch @Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung“ zum Thema „Epistemische Gewalt: Wissen(schaft) & Herrschaft in der kolonialen Moderne“ wird am 16. Februar 2022, von 16.00-17.30 Uhr stattfinden.

Assoc.-Prof. Dr. Claudia Brunner vom Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung der Universität Klagenfurt stellt im Rahmen des Studia Humanitatis-Moduls „Gemeinschaft und Verantwortung“ ihre Forschungen zur epistemischen Gewalt vor. Im Zentrum ihres Interesses steht die Frage, wie Wissen und Wissenschaften in der Moderne dazu beigetragen haben und immer noch dazu beitragen, koloniale Strukturen aufrechtzuerhalten, und somit zur systemischen Ungleichheit und Ungerechtigkeit in der heutigen Welt führen.


Wem nützt epistemische Gewalt? Wie erkennt und beschreibt man koloniale Grundstrukturen der Moderne? Warum und wer darf im Namen der Zivilisation getötet werden? Was hat der globale Kapitalismus mit Christopher Columbus zu tun? Warum ist Okzidentalismus nicht das Gegenteil von Orientalismus? Und wie ist die Wissenschaft in diese Fragestellungen involviert? Ausgehend von Positionen einer feministischen, post- und dekolonialen Wissenschaftstheorie und Wissenschaftskritik versucht Claudia Brunner diese Fragen zu beantworten, indem sie den Zusammenhang von Wissens- und Gewaltverhältnissen erörtert. Ihr Vortrag basiert auf ihrem 2020 erschienenen Buch „Epistemische Gewalt. Wissen und Herrschaft in der kolonialen Moderne“ (abrufbar in Open Access).

Prof. Dr. Anette Hilt, Professorin für Philosophie an der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung, hat Claudia Brunners Untersuchungen zu epistemischer und politischer Gewalt bereits mehrfach zum Gegenstand ihrer Studia humanitatis-Seminare gemacht. Die weiterführende Diskussion mit ihren Studierenden möchte sie im Rahmen der Vortragsveranstaltung mit Claudia Brunner für ein größeres Publikum öffnen.

Portrait von Claudia BrunnerInformationen zur Referentin:
Claudia Brunner ist habilitierte Politologin und seit 2020 Assoziierte Professorin am Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung im Institut für Erziehungswissenschaften und Bildungsforschung der Universität Klagenfurt.

Sie hat in Wien, Paris und Berlin Politikwissenschaft, Gender Studies und Zeitgeschichte studiert und beschäftigt sich seit Langem mit dem Zusammenhang von Wissen(schaft) und Gewalt. Ihre interdisziplinäre sozialwissenschaftliche Grundlagenforschung wurde mit dem Christiane Rajewsky-Preis der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung e. V. sowie mit dem Caroline von Humboldt-Preis der Humboldt-Universität zu Berlin ausgezeichnet und von der Elise-Richter-Exzellenzinitiative des Österreichischen Wissenschaftsfonds gefördert. Für weiterführende Informationen zu ihrer Person und Forschung siehe www.epistemicviolence.info.

Anmeldung zur Vortragsveranstaltung „Claudia Brunner zu Besuch @Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung“ unter johanna.berns@cusanus-hochschule.de. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.