Neuerscheinung: ‚Die öffentliche Meinung‘ von Walter Lippmann


Am 1. August ist im Westend Verlag erschienen:
Walter Lippmann: Die öffentliche Meinung. Wie sie entsteht und manipuliert wird. Herausgegeben und mit einem Vorwort versehen von Walter O. Ötsch und Silja Graupe.

Lippmanns Werk „Public Opinion“ erschien in Amerika erstmals 1922 und gilt dort bis heute als Grundlagentext der Medien- und Politikwissenschaften sowie der Sozialpsychologie. Auch spielt es eine entscheidende Rolle bei der Begründung des Neoliberalismus. In Deutschland bisher kaum bekannt, ist es nun in einer neuen deutschen Übersetzung erschienen.

Im Klappentext heißt es:
„DIE MACHT DER BILDER. Fast 100 Jahre nach Die Öffentliche Meinung erweist sich Lippmann als früher Warner einer Entwicklung, die mit einer derartigen Wucht über uns hereingebrochen ist, dass es schwerfällt, eine reflexive Distanz einzunehmen. Marketing, Werbung, politischer Spin, Politisches Framing, Beeinflussung sozialer Veränderungsprozesse, Inszenierungen aller Art und bewusst produzierte Fake News dominieren die Ereignisse. Doch bei dieser Manipulation müssen wir Menschen keineswegs nur passive Rezipienten spielen: Als genuin schöpferische, bildschaffende Wesen besitzen wir die unhintergehbare Freiheit zur Kreation eigener Bilder. Jede Person kann sich in einer potentiellen Freiheit ihre Wirklichkeit über ihre inneren Bilder aneignen. Umso mehr sollten wir uns die Frage stellen, welchen dieser Bilder und vor allem welcher Quelle dieser Bilder wir vertrauen können und vertrauen wollen…
Wir meinen: Es wird höchste Zeit, dass wir uns als Gesellschaft über die Macht innerer Bilder zumindest wieder jenes Wissen aneignen, das vor gut 90 Jahren über sie existierte. Lippmanns Werk ist hierfür ein guter Ausgangspunkt.“
(Aus der Einführung von Walter Ötsch und Silja Graupe)

Walter Ötsch und Silja Graupe forschen an der Cusanus Hochschule gemeinsam über die Macht der Bilder, ihren Einfluss in ökonomisierten Gesellschaften und neoliberalen Wirtschaftssystemen sowie ihre Alternativen. Sie haben dafür die neue Teildisziplin „Wirkungsforschung der Ökonomie“ begründet und diese etwa auch zum Lehrinhalt der Master- und Bachelorstudiengänge „Ökonomie“ an der Cusanus Hochschule erhoben. Damit rückt die Frage nach der Gestaltungskraft und Verantwortung der Wirtschaftswissenschaften innerhalb von Wirtschaft und Gesellschaft in den Mittelpunkt gemeinsamen Lehrens und Lernens.

Auszüge aus dem Vorwort können kostenlos hier heruntergeladen werden. Auf heise online sind ebenfalls Auszüge veröffentlicht worden.