Neuerscheinung: Wassili Rosanow. Ein russisches Leben vom Zarenreich bis zur Oktoberrevolution

In der von Inigo Bocken, Johann Kreuzer, Klaus Reinhardt und Harald Schwaetzer herausgegebenen Reihe “Texte und Studien zur Europäischen Geistesgeschichte” des Aschendorff-Verlags ist neu erschienen:

Rainer Georg Grübel: “Wassili Rosanow. Ein russisches Leben vom Zarenreich bis zur Oktoberrevolution”

Rosanow (1856–1919) war ein konservativer russischer Philosoph, einflussreicher Journalist und innovativer Schriftsteller. Er wird unscharf ‚russischer Nietzsche’ und ‚russischer Freud’ genannt, weil er die Orthodoxe Kirche radikaler Kritik unterzog und Fürsprache für die Lebenslust hielt. Da Rosanow in verschiedenen Berufen tätig war, bietet die Biographie vielfältigen Einblick in die russische Kultur von 1860 bis 1920.
Im Kern enthält sie auch eine russische Kulturgeschichte dieser Zeit, die dem Bild der russischen Geschichte im ‚Mainstream‘ eine Alternative entgegenhält: Im Sinne einer konservativen Moderne scheint am Beispiel Rosanows auch eine andere als die totalitäre Variante Russlands mit Lenin und Stalin möglich. Bis zur Oktoberrevolution sehr einflussreich, in der Sowjetunion verfemt, ist Rosanow seit Glasnost und Perestroika im heutigen Russland ein wirkmächtiger Autor. Insbesondere steht er als Verfechter des Andersdenkens dem gegenwärtigen autoritären Putinismus schroff gegenüber.