Stephan Panther zum Vizepräsidenten für Studium und Lehre gewählt

Professor Dr. Stephan Panther wurde am 27. Oktober 2022 vom akademischen Senat der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung einstimmig zum Vizepräsidenten für Studium und Lehre gewählt. Der Senat bestätigt damit den Vorschlag von Hochschulpräsidentin Professorin Dr. Silja Graupe. Diese zeigt sich erfreut: „Für Stephan Panther stehen die Studierenden stets im Mittelpunkt seines Handelns als Hochschullehrer, und er begleitet sie in ihrem Studium mit großem Engagement und profunder Expertise. Aus dieser Quelle auch auf Leitungsebene der Hochschule schöpfen zu können und daraus gemeinsam innovative Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Lehre zu schaffen, ist ein großes Geschenk. Bereits in den vergangenen Jahren hat Stephan Panther in leitender Position einen entscheidenden Beitrag zum Aufbau der Hochschule und ihrer Studiengänge geleistet; nun freue ich mich, auch in der nächsten Phase gemeinsam mit ihm als Präsidiumsmitglied die Hochschule gestalten zu können.“

Prof. Dr. Stephan Panther

Professor Dr. Stephan Panther hat von 1980­­‒1986 an der Ludwig-Maximilians-Universität München VWL und Politische Wissenschaft studiert. 1990 promovierte er dort zum Dr. oec. publ. Im Jahr 2000 habilitierte er sich an der Universität Hamburg. Nach einer Lehrstuhlvertretung an der Universität Kassel in den Jahren 2001‒2003 folgte er 2003 einem Ruf an die Universität Flensburg auf eine Professur für Internationale und Institutionelle Ökonomik mit dem Regionalschwerpunkt Spanien/Lateinamerika. Von 2009‒2012 war er dort Vizepräsident für Forschung und Internationales. Im Oktober 2016 folgte er einem Ruf an die Cusanus Hochschule, wo er zunächst als Professor für Interdisziplinäre Institutionenforschung und seit 2021 als Professor für Plurale Ökonomie forscht und lehrt. Im Jahr 2020 wurde Professor Dr. Stephan Panther kommissarisch mit der Wahrnehmung der Aufgaben als Vizepräsident für Studium und Lehre betraut.

Im Interview erzählt er, was er sich für seine Amtszeit vorgenommen hat und welche Vorhaben ihm besonders am Herzen liegen.

Herr Professor Panther, Sie wurden heute mit sieben von sieben Stimmen vom Akademischen Senat der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung zum Vizepräsidenten für Studium und Lehre gewählt. Herzliche Gratulation zu diesem Ergebnis! Wofür werden Sie nun zuständig sein?

Stephan Panther: Im Bereich Studium und Lehre werde ich dafür verantwortlich sein, die Lehre in einer von uns gewünschten Qualität sicherzustellen und sie mit Blick auf unseren uns selbst gegebenen Auftrag – Gesellschaftsgestaltung – weiterzuentwickeln. Das ist bei uns eine einfache und schwierige Aufgabe zugleich: Es ist einfach und schwierig, weil wir jeden Studiengang mit einer Studiengangsleitung versehen haben, die im Grunde die gleichen Aufgaben haben, nur eben studiengangsspezifisch. Das macht es einfach, weil ich mit diesen Kolleg:innen in einem Team zusammenarbeiten kann. Zugleich macht es den Gesamtprozess komplexer, weil Abstimmungs- und Koordinationsaufgaben entstehen. Doch es überwiegen die vereinfachenden Aspekte, weil ich mich als Vizepräsident auf die übergeordneten Aufgaben konzentrieren kann.

Auf einer eher pragmatischen Ebene gilt es, in der nächsten Zeit die Einrichtung unserer Print-Bibliothek und die Abrundung des gesamten Bibliothekskonzepts, die Professionalisierung der Alumni-Arbeit und die Verbesserung unserer akademischen Vernetzung in Bezug auf Studium und Lehre anzugehen.

Welche Herzensangelegenheiten werden Sie verfolgen?

Stephan Panther: Meine Vision für unsere Hochschule als Studienort ist eine Bildungsinstitution, in der Menschen unterschiedlicher Herkunft und Weltanschauungen zusammenkommen und lernen, miteinander zu reden, zu diskutieren und gemeinsam zu handeln, vereint durch den Willen, sich angesichts der Krisen unserer Zeit trotz aller Unterschiedlichkeit gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft einzusetzen. Was letztere angeht, so enthält das Leitbild unserer Hochschule normativ einige Leitplanken hinsichtlich dessen, was eine „lebenswerte Zukunft“ sein könnte. Wichtig ist: Hier geht es nicht darum, dass alle am Ende dasselbe denken oder dasselbe tun. Im Gegenteil, es geht darum, dass diejenigen, die in der Zivilgesellschaft aktivistisch ‒ ggf. bis zum zivilen Ungehorsam ‒ unterwegs sind oder sein werden, mit denjenigen, die Veränderungen in Unternehmen oder in der etablierten Politik bewirken wollen, lernen zusammenzuarbeiten.

Auch auf alle drei eben genannten „pragmatischen“ Aufgaben freue ich mich nicht zuletzt, weil sie der Verwirklichung dieser Vision dienen können. Ich bin nicht ganz zufällig Professor geworden; ich mag den Dialog mit lebenden und toten Denker:innen in Wort und Schrift. Daher freue ich mich auf den Aufbau unserer Bibliothek und hoffe, dass wir dafür ein stimmiges Konzept umsetzen können.

Unter unseren Alumni sind viele außergewöhnliche Menschen, die ihren Weg in unterschiedliche Richtungen gehen und sich spannende Projekte auf den Haken genommen haben. Sie sind ein großer Schatz für unsere Hochschule, den wir noch viel stärker als bisher für uns nutzbar machen müssen. Und bei der Vernetzung in puncto Lehre haben wir im Kollegium vielfältige Anknüpfungspunkte über unsere Hochschule hinaus, sodass ich denke, dass wir hier rasch zu interessanten und unsere Mission fördernden Kooperationen gelangen werden.

Schließlich ist und bleibt die Arbeit mit den Studierenden meine absolute Herzensangelegenheit, und der werde ich mich als Dozent auch weiterhin mit großer Leidenschaft widmen.

Was möchten Sie am Ende Ihrer Amtszeit erreicht haben?

Stephan Panther: Ich glaube, jede gute Führungspersönlichkeit sollte daran arbeiten, dass sie möglichst unnötig wird. Für viele der Bereiche, die ich genannt habe, würde ich dann gerne diesen Zustand erreicht haben: dass die Dinge von sich aus laufen, nicht als Routinebetrieb, sondern dass wir einen dynamischen Pfad eingeschlagen haben.

Sie treten Ihr Amt mit fast fünf Jahren Erfahrung in präsidialer Hochschulgestaltung an. Was haben Sie in dieser Zeit gelernt?

Stephan Panther: Eine eher unangenehme Seite solcher Leitungspositionen ist, dass man Projektionsfläche für vieles wird, was den Menschen auf der Seele liegt. Man ist, in Anführungsstrichen, „schuld“. Das erfordert ein dickes Fell. Auf der positiven Seite konnte ich in Leitungspositionen besonders an der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung die Freude und Fähigkeit lernen, gerade in unsicheren Situationen, in denen Zukunft sich nicht in festgefahrenen Bahnen bewegt, zu gestalten und ins Unsichere hinein Entwürfe zu wagen. Das war mir zuvor nicht unbedingt in die Wiege gelegt worden. Und dafür bin ich sehr dankbar.

Das ist eine wunderbare Überleitung: Sie wurden 2016 an die Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung, damals noch „Cusanus Hochschule“, berufen. Wofür sind Sie dankbar?

Stephan Panther: Dankbar bin ich wie gesagt dafür, die Fähigkeit, ‚Gestaltung ins Ungewisse hinein‘ gelernt zu haben, was übrigens insbesondere die notwendige Gelassenheit dafür einschließt. Wofür ich mindestens ebenso dankbar bin, sind die zahllosen intensiven Begegnungen in unterschiedlichen Zusammenhängen: mit Studierenden, Kolleg:innen, Mitarbeiter:innen – das zieht sich durch mein gesamtes Dasein als Hochschullehrer und Mitglied der Leitungsebene der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung.

Vielen Dank für diese Einblicke und alles Gute für Ihre Zukunft!

Das Gespräch führte Lars Hochmann.