Symposium „Narrative des Wandels“ nun als Video online

Vom 15.-17. Juli 2021 fand unser Symposium Narrative des Wandels – Praktiken und Perspektiven neuer Institutions- und Gesellschaftsgestaltung als öffentliche virtuelle Veranstaltung statt. Zu den rund 140 Teilnehmenden zählten neben unseren Studierenden auch Studierende anderer Universitäten und Hochschulen sowie interessierte Personen aus allen Gesellschaftsbereichen. So konnten wir u.a. Vertreter:innen von NGOs, Wissenschaftler:innen und Expert:innen aus unterschiedlichen Fachgebieten als engagierte Mitdiskutant:innen begrüßen.

Die folgenden Ausschnitte des Symposiums haben wir nun als Einzelvideos zum Nachsehen und -hören auf unseren YouTube-Kanal eingestellt.

Im Podium zu transformativen Film-Erzählungen” geht es um Bildsprache, erzählerische und ästhetische Mittel in Filmen sowie um Fragen nach Motivation und Verantwortung beim Filmemachen. Gesprächspartner sind u.a. die Dokumentarfilmemacher Simon Hoyme („Warum wir glauben, was wir glauben. Auf Spurensuche nach dem freien Markt“) und Carl-A. Fechner („Power to Change“ und „Climate Warriors“), Vorstand der NGO Protect the Planet. Zwei der Filme wurden im Rahmen des Symposiums gezeigt.

Prof. Dr. Silja Graupe geht in ihrer Keynote “‘Die Bäume am Weg klatschen in die Hände‘ – Die Gestaltungskräfte unserer Imagination entdecken” der Frage nach, wie wir angesichts der gewaltigen sozialen und ökologischen Dynamiken der Gegenwart unsere Gewohnheiten aufbrechen und Normen und Regeln unseres Zusammenlebens kreativ umgestalten können, anstatt sie unter dem Druck des Wandels zerbersten zu lassen. Dafür geht sie auf die Bedeutung sinnstiftender Erzählungen ein und verdeutlicht am Beispiel verschiedener Kampagnen, welche Narrative zur Beschreibung der Klimakrise herangezogen werden.

In seiner Keynote “Imagination und Politik – Von der Krise der politischen Imagination zu einer neuen politischen Gestaltungskraft” erörtert Prof. Dr. Walter Ötsch, warum in den letzten vier Jahrzehnten trotz des Wissens um den Zustand unseres Planeten eine sozial-ökologische Transformation des Wirtschaftssystems nur ungenügend realisiert wurde. Er vertritt die These, dass dies zum einen mit der historischen Entwicklung unserer politischen Systeme zusammenhängt und zum anderen mit den vorherrschenden Deutungskonzepten von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft, die zu einer Krise der politischen Imagination geführt haben. Er plädiert für eine Rückbesinnung auf frühere Politikkonzepte und auf die Anerkennung der imaginativen Grundlagen der Wirtschaft und des Menschen.

Hannah Heller und Valentin Sagvosdkin stellen in der dritten Keynote unter dem Titel “Neue Narrative für ein transformatives Wirtschaften” ihren gemeinsam mit Lukas Bäuerle entwickelten Framework zur narrativen Analyse vor. Damit lassen sich Wirtschaftsformen jenseits des binären Mark-vs.-Staat-Narrativs beschreiben wie die Gemeinwohl-Ökonomie, die Care-Ökonomie, Regional-Wert-AGs oder gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften. Abschließend entwerfen sie das Bild einer „Kleeblatt-Ökonomie“, die neben Wirtschaftsformen mit dominant monetärem Denkstil auch jene Bereiche unserer Wirtschaft sichtbar macht und stärkt, die demokratischen oder beziehungsbasierten Grundsätzen und Handlungsweisen folgen.

Allen, die sich für neue Formen nachhaltiger Landwirtschaft interessieren, sei das Video des Workshops “Die ‚Grüne Revolution‘ des 21.Jahrhunderts” empfohlen mit Vorträgen von Ophelia Nick (Autorin des Buchs „Neue Bauern braucht das Land“), Tobias Keye (Mitgründer der BioBoden Genossenschaft) sowie Christian Hiß (Entwickler der Konzepts der Regionalwert AG).