Zum Semesterauftakt der Cusanus Hochschule: Antrittsvorlesung von Stephan Panther

Einen Höhepunkt des umfangreichen Semsterauftaktprogramms der Cusanus Hochschule bildete diesmal die Antrittsvorlesung von Prof. Stephan Panther am Abend des 7. Oktober 2017.
Dazu wurde die Güterhalle am Kueser Forum in einen Vorlesungssaal verwandelt und für zweihundert Hörer, nein: Gäste, bestuhlt. Bereits vor Beginn der Veranstaltung schien die Halle zu schrumpfen, als immer mehr Menschen den Saal betraten. In großer Zahl vertreten waren die neuen Erstsemester aus den Philosophie- und Ökonomie-Studiengängen, deren Familien teilweise aus ganz Deutschland angereist waren. Und recht selbstverständlich waren diesmal auch Erstsemester aus der Region vertreten.

Verdoppelung der Studierendenzahlen
So erwähnte Philosophieprofessor Harald Schwaetzer in seiner Einführungsrede auch die Verdoppelung der Studierendenzahlen. Diese ermögliche es, erklärte der Vizepräsident, dass man die gewachsene Hochschule gegenwärtig mit einem „romantischen Symphonieorchester“ vergleichen könne. Zu den hundert Studierenden müsse man noch die dreißig Angestellten der Hochschule zählen. Und gemeinsames Musizieren sei durchaus mit gemeinsamem Denken vergleichbar.
Prof. Silja Graupe bat danach die sieben anwesenden Master-Absolvent_innen auf die Bühne, lenkte damit den Blick auf bereits vollbrachte Schritte und Leistungen. Zwei von ihnen, Anne Kliebisch und Marius Braun, erhielten dabei ihre Master-Urkunden. „Diese Hochschule ist für Menschen geschaffen“, unterstrich Graupe das akademische Konzept, „und nicht für Zahlen.“ In ihrer Einführung zu Prof. Stephan Panthers Antrittsvorlesung hob sie wichtige Stationen seiner Biographie hervor. Der gebürtige Schwarzwälder war über die Universitäten München, Hamburg und einem Gastaufenthalt in Harvard an die Universität Flensburg gekommen. Dort hatte der habilitierte Volkswirt auch das Amt des Vizepräsidenten ausgeübt. Seit einem Jahr aber leitet Panther den einzigen pluralen Bachelor-Studiengang für Ökonomie in Deutschland an der Cusanus Hochschule, wo er bereits zum Senatssprecher gewählt wurde. Mit seiner Forschungsmethode, so Graupe, dringe Panther vom Kern in weitere Schichten des Denkens vor, als schälte er eine Zwiebel von innen.

Professor Panther skizziert demokratische Wissenschaftskultur
In seiner Vorlesung skizzierte Prof. Panther Elemente einer demokratischen Wissenschaftskultur, angelehnt an Leben und Werk Albert Otto Hirschmanns (1915 – 2012). Ausgangspunkt ist dabei die Erkenntnis, dass das sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Denken immer ein Nachdenken der Gesellschaft über sich selbst ist und als solches zwangsläufig Wirtschaft und Gesellschaft verändert. Es gibt daher gute Argumente dafür, dass sich dieser Einfluss auf Gesellschaft in der Form eines an den Normen einer demokratischen Debatte orientierenden Dialogs vollzieht. Dies hat Konsequenzen für die Art wir Wissenschaft betrieben wird. Neues Denken im Dialog mit verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen ist hier ebenso notwendig wie geschlossene Gedankengebäude schädlich sind.

Am langen und vegetarischen Büffet, angerichtet vom kulinarischen Team des Kueser Hotels Burgblick, wurden die Themen des Abends dann in nächtlichen Gesprächen weiterentwickelt.