Nachwuchs & Promotion

Nachwuchs:

Förderung

Laufbahnen in der Wissenschaft sind in Deutschland wenig planbar, meist unüberschaubar und verlaufen oft emergent. Insbesondere für junge Wissenschaftler:innen, die am Beginn ihrer akademischen Karriere stehen, ergeben sich daraus biografische Brüche und Herausforderungen sowie spezifische Qualifizierungsbedarfe. Vor diesem Hintergrund hat die Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in §2, Abs. 1 ihrer Grundordnung festgeschrieben. Wissenschaftlicher Nachwuchs ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Qualifizierungsphasen. Er schließt fortgeschrittene Masterstudierende ebenso ein wie Promovierende, Habilitierende, Leiter:innen von Nachwuchsgruppen sowie Juniorprofessor:innen.

Die Ziele der Nachwuchsförderung sind:

  1. Die Schaffung von Transparenz über wissenschaftliche Laufbahnen
  2. Die Förderung der wissenschaftlichen Professionalisierung
  3. Die Förderung der Übergänge in außerwissenschaftliche Tätigkeitsbereiche
  4. Die Verwirklichung von Chancengerechtigkeit und gesteigerter Diversität

Nachwuchsförderung Wintersemester 2021/22

Das Programm für die Nachwuchsförderung im Wintersemester 2021/22 können Sie dieser Broschüre entnehmen.

Nachwuchsförderung Sommersemester 2021

Das Programm für die Nachwuchsförderung im Sommersemester 2021 können Sie dieser Broschüre entnehmen.

 

Aktivitäten im akademischen Jahr 2020-21:

Qualifizierungsleistungen:

Habilitation von Dr. Lars Hochmann „Das Imaginäre der Unternehmung. Eine reflexive Theorie der Transformation“ an der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg.

Engagement in Fachgesellschaften:

Mitwirkung im Sprecherkreis der GSÖBW-Sektion Hochschullehre (Lukas Bäuerle), Mitglied im Vorstand der Gesellschaft für sozioökonomische Bildung und Wissenschaft (GSÖBW) (Theresa Steffestun).

Organisation eigenständiger Forschungs- und Vernetzungsformate:

Austausch zu Nachhaltigkeit und Transformation an der Universität Hohenheim (Elsa Egerer, Chris Freydorf, Veronica Hector & Michael Schlaile), Mitorganisation des Pluralumni-Forschungskolloquiums des Netzwerks Plurale Ökonomik (Theresa Steffestun).

Organisation von wissenschaftlichen Workshops und Tagungen:

Organisation und Mitwirkung in zwei Workshops der GSÖBW-Sektion Hochschullehre (Lukas Bäuerle & Theresa Steffestun), „Consumer Social Responsibility im digitalen raum: Entscheidungsarchitekturen, geteilte Verantwortung und Handlungsspielräume“ an der Universität Hohenheim (Dr. Michael Schlaile) oder des GSÖBW-Forums „Krisen überwinden – Zukunft gestalten. Beiträge sozioökonomischer Bildung und Wissenschaft zu einer sozial-ökologischen Transformation” (Theresa Steffestun).

Vernetzung in der wissenschaftlichen und transferorientierten Community:

Research Fellowship am Center for Applied Cultural Evolution (Dr. Michael Schlaile), Assoziiertes Mitglied des Walras-Pareto Zentrums Lausanne (Theresa Steffestun), Fellowships bei NELA – next economy lab (Lukas Bäuerle & Theresa Steffestun).

Engagement in transformativer Wissenschaft:

Gründungsmitglied und Mitorganisator der deutschsprachigen Economists4Future (Lukas Bäuerle).

Wissenschaftliche und transferorientierte Vortragstätigkeit (alle):

Für Infos siehe hier und hier.

Wissenschaftliche und transferorientierte Publikationstätigkeit (alle):

Für Infos siehe hier und hier.

Auszeichnungen

  • Theresa Steffestun, Young Scholar Award 2021 der History of Economics Society.
  • Sebastian Möller, Lehrpreis der Politikwissenschaft 2021 der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) und der Schader Stiftung, für das Forschungsseminar „Schlüssel zur Welt: Die Bremischen Häfen in der Globalen Politischen Ökonomie“, weitere Infos hier.
  • Sebastian Möller, Berninghausenpreis 2020 in der Kategorie „Hervorragende Lehrende unter Covid-19-Bedingungen“ der Universität Bremen und den Unifreunden Bremen e.V.. Weitere Infos hier.
  • Lisa Kolde, Forschungspreis zur Nachhaltigkeit 2020 des BUND, „Die Governance des “Gerechten Strukturwandels” – Empirische Untersuchung im Rheinischen Braunkohlerevier und Konzeptualisierung“ (Masterarbeit), weitere Infos hier.
  • Lukas Warning, Förderpreis 2020 der Rosa-Luxemburg Stiftung Brandenburg, „Förderung demokratischer Unternehmen als Instrument transformativer kommunaler Wirtschaftspolitik“ (Masterarbeit), weitere Infos hier.

Beauftragter für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses: Foto von Professor Dr. Lars Hochmann
Prof. Dr. Lars Hochmann
lars.hochmann@cusanus-hochschule.de


Promotion:

Über ein eigenes Promotionsrecht verfügt das Institut noch nicht. Gemeinsam mit Kolleg:innen anderer Universitäten erarbeiten wir daher zurzeit Formen der gemeinsamen Betreuung von Promotionen im Bereich der alternativen ökonomischen Forschung. Kommen Sie bei Interesse gerne auf uns zu.

Folgende Promotionsprojekte wurden und werden beispielsweise von Nachwuchswissenschaftler:innen aus unserem Team und Absolvent:innen unserer Master-Studiengänge bearbeitet:

Laufende Promotionsprojekte

„Every threat is also an opportunity. Competitiveness Imaginaries in European Policy Discourse“ (Laura Porak)

Promotionsführende Universität: Johannes-Kepler-Universität Linz
Betreuer:in: Prof. Dr. Margitta Mätzke
Beginn: 2021

Kurzbeschreibung: As competitive pressures were increasing through world market liberalization, the scope and rationale of the state was fundamentally changed: While the attention of the political sovereign used to focus on the national economy, this was altered to a global horizon. Consequently, the importance of competitiveness for national wealth and prosperity increased. The associated governmental practices to meet these demands are described as ‚competition state‘. Further, supranational governance structures such as the European Union (EU) gain importance through globalization and increasingly constrain state action. Yet, despite the prominence of competitiveness for governmental reflections, the notion remains contested in academia, and is often described as in public and political discourse malleable concept. Against this background, I seek to problematize ‘competitiveness’ as inherently political construction, instead of taking it for granted. For this purpose, I will draw on European governmentality as example to examine the ‘competitiveness problem’ using Critical Discourse analysis and the concept of the ‘economic imaginary’. In doing so, I want to contribute to the analysis of economic policy in Europe, the theoretical debate on the ‘competition state’ and the resilience of neoliberalism in the European Union.

„Finance and the City: Derivatives and the Financialization of European Municipal Borrowing“ (Arbeitstitel) (Sebastian Möller)

Promotionsführende Universität: Universität Bremen
Betreuer:in: Prof. Dr. Klaus Schlichte, Prof. Julie Froud, Dr. Sebastian Botzem
Beginn: 2015

Kurzbeschreibung: Das Promotionsprojekt „Finance and the City: Derivatives and the Financialization of European Municpal Borrowing” untersucht international vergleichend die Finanzialisierung der kommunalen Schuldenverwaltung als einen politischen und diskursiv eingebetteten Prozess der Vermarktlichung und Ökonomisierung. Anhand dreier Fallstudien wird die Etablierung eines kommunalen Schuldenmanagements unter Einsatz teils toxischer Zinsderivate zwischen 1995 und 2010 rekonstruiert und institutionen- sowie staatstheoretisch interpretiert. Im Kern stehen dabei ein Mapping der jeweiligen Akteurs-Netzwerke, die Analyse des Kulturwandels in Banken und Rathäusern sowie die vielfältigen Intermediationspraktiken zwischen globalen Finanzmarktakteuren und Kommunalverwaltungen. Gerade der Aktivität von Beratungsfirmen und Verbänden attestiert die Studie dabei eine hohe Erklärungskraft für die Integration von Kommunen in globale Derivatemärkte und die damit einhergehende Ausweitung von Finanzmarktlogiken. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zum besseren Verständnis der Mikropolitiken und -praktiken der Finanzialisierung des Staates und eröffnet Perspektiven zum Nachdenken über seine zukünftige Definanzialisierung. Sie ist an der Schnittstelle von Politikwissenschaft, Politischer Ökonomie und Wirtschaftssoziologie angesiedelt und basiert auf umfangreicher Feldforschung mit über 60 Expeter:innen-Interviews in drei Ländern. Erste Ergebnisse wurden bereits im Routledge International Handbook of Financialization und im Sammelband „Professional Service Firms and Politics in a Global Era“ veröffentlicht.

„Narrative der sozial-ökologischen Transformation der Wirtschaft am Beispiel der Ernährungswirtschaft“ (Hannah Heller)

Promotionsführende Universität: Universität Witten/Herdecke
Betreuer:in: Prof. Dr. Birger P. Priddat
Beginn: 2019

Kurzbeschreibung: Die vorliegende Arbeit begibt sich auf die Suche nach Narrativen, die eine sozial-ökologischen Transformation der Wirtschaft vorstellbar machen. Narrative bestimmen über den Möglichkeitsraum unserer Handlungen. Solange wir keine Vorstellung von möglichen Zukünften haben, können wir nicht zielgerichtet handeln. Erzählungen haben damit auch großen Einfluss auf die Gestaltung der Wirklichkeit, in der wir leben (Kapitel 2). Gerade die wirtschaftlichen Erzählungen und damit auch die wirtschaftliche Organisation unserer Gesellschaft bedürfen einer neuen Zielausrichtung, da sie durch ihre Funktionsweise unsere ökologischen Lebensgrundlagen zerstört und die soziale Spaltung durch die Zunahme von Ungleichheit vorantreibt. In der Praxis entwickeln sich damit viele neue Wirtschaftsformen, die die alten Erzählungen und somit die alten Organisationsformen verändern (Kapitel 3).
Mit Hilfe eines selbstständig erarbeiteten Rahmens werden Narrative Interviews einzelner Akteure aus der Praxis analysiert und in ihre verschiedenen Ebenen zerlegt. Als beispielhafte Branche wurde die Ernährungswirtschaft mit Produktion, Verarbeitung, Vertrieb und Systemdienstleistungen ausgewählt, da dort die ökologischen und sozialen Wirkungen besonders gravierend für Mensch und Natur sind. Außerdem ist dieser Wirtschaftsbereich besonders geprägt durch neu aufkommende, transformative Wirtschaftsformen (Kapitel 4).
Diese Arbeit beschreibt in einem ersten Schritt die verschiedenen narrativen Ebenen und arbeitet mögliche narrative, aber auch institutionelle Wirtschaftsstile aus der Praxis ab. In einem zweiten Schritt sollen diese transformativen Typen und Stile von bestehenden Narrativen abgegrenzt und miteinander verglichen werden (Kapitel 5). Ziel ist eine erste Kategorisierung neuer Wirtschaftsformen aus der Praxis heraus und Theorie sowie die kulturelle, erzählerische Ebene dieses Wirtschaftens miteinbeziehend (Kapitel 6).
Am Ende steht der fundierte Vorschlag eines neuen Narrativs der sozial-ökologischen Transformation der (Ernährungs-)Wirtschaft mit ihren Widersprüchen und offenen Fragen in der Hoffnung, dass diese Arbeit bei der Suche nach einem neuen Narrativ unterstützt.

„Ökonomie – Praxis – Subjektivierung. Eine praxeologische Institutionenforschung am Beispiel ökonomischer Hochschullehre“ (Lukas Bäuerle)

Promotionsführende Universität: Europa-Universität Flensburg & Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung
Betreuer:in: Prof. Dr. Stephan Panther & Prof. Dr. Silja Graupe
Beginn: 2019

Kurzbeschreibung: Wer wird man eigentlich, wenn man Wirtschaft studiert? Dieser Frage geht Lukas Bäuerle mithilfe einer empirischen Subjektivierungsforschung nach und dringt damit in die Herzkammer einer der wirkmächtigsten Disziplinen der Gegenwart vor. Welche typischen und typisierbaren Welt- und Selbstverhältnisse werden von Studierenden der Wirtschaftswissenschaften ausgebildet? Inwieweit sind diese Prozesse eher fremd- oder selbstbestimmt und mit welchem Grad an Reflexion erfolgen sie?
Um diesen Fragen im Rahmen eines rekonstruktiven Forschungsprozesses nachgehen zu können, entwickelt Bäuerle zunächst einen eigenen konzeptuellen Rahmen, der für eine erneuerte wirtschaftswissenschaftliche Forschung beispielgebend sein soll. Im Anschluss an den Institutionalismus, die Sozialphänomenologie, sozialwissenschaftliche Praxistheorien und den kritischen Realismus zeichnet er ein Bild des Wirtschaftens, das immer lebensweltlich situiert, sozial vermittelt und “urpraktisch” ist. Dieses spitzt er zum Forschungsprogramm einer ‘praxeologischen Institutionenforschung’ zu und operationalisert es für die Erforschung des in Frage stehenden Gegenstandes. Die empirisch rekonstruierte Typologie von Subjektivierungsformen im wirtschaftsiwssenschaftlichen Studium mündet schließlich in eine multitheoretische Deutung auf Grundlage der Praxistheorien von Hayek, Marx und Unger.

„Plurale Ökonomik“ (Florian Rommel)

Promotionsführende Universität: Goethe-Universität Frankfurt
Betreuer:in: Prof. Dr. Dres. hc. Bertram Schefold, Prof. Dr. Nikolaus Wolf (Humboldt-Universität Berlin)
Beginn: 2017

Kurzbeschreibung: Das Promotionsprojekt „Plurale Ökonomik” widmet sich dem Status Quo, der Transformation und einer möglichen Methodologie einer pluralen Wirtschaftswissenschaft. In den 1950er bis 1970er Jahren in der sogenannten Phase der “hohen Theorie” lässt sich in den USA die Durchsetzung einer stark uniformen Methodik beobachten. Sie prägt bis heute im hohen Maße den globalen Lehrbuchkanon. Seit den 1970er Jahren nimmt die Methodenvielfalt in der Forschung jedoch immer weiter zu. Die stark positive (beschreibende) Methode wird zunehmend durch eine sogenannte normative und eine empirische Wende komplementiert. Zum Teil bleiben diese Trends dem alten paradigmatischen Boden treu, zum Teil entstehen aber zusätzlich zu der bestehenden Pluralität der heterodoxen Ansätze auch ganz neue Methoden im Mainstream der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung. Angesichts dieser Entwicklungen sprechen Ökonom:innen vom Verlust einer gemeinsamen Sprache und einer zunehmenden Fragmentierung der Forschungslandschaft. Pluralismus ist damit nicht mehr allein ein normatives Programm, sondern zunehmend ein Zustand, der als herausfordernd und bedrohlich empfunden wird.
Zuerst werden deshalb der Status Quo der Wirtschaftswissenschaften in Deutschland, ihr Trend der Amerikanisierung und die gegenwärtigen Dynamiken in Forschung und Lehre beschrieben. Dabei entsteht basierend auf zahlreichen jüngeren empirischen Arbeiten eine dichte Synopse, die eine Reflexion der gegenwärtigen akademischen Landschaft ermöglicht (Eine erste Version findet sich hier: https://www.cusanus-hochschule.de/wp-content/uploads/2020/04/56_German-Economics.pdf).
In einem zweiten Schritt wird der Diskussionsstand um die Plurale Ökonomik zusammengefasst und der Mangel an Orientierung innerhalb der Wirtschaftswissenschaften auf Ebene der Methodologie “Philosophy of Science” verortet. Nach einer Phase der präskriptiven Methodologie, in der Wirtschaftswissenschaftler:innen an festen Kriterien gemessen wurden, haben Methodologen diese Kriterien selbst längst verworfen und sich auf einen beobachtenden Standpunkt zurückgezogen. Ausgehend von der oft missverstandenen Wissenschaftsphilosophie Paul Feyerabends wird aufgezeigt, welche Herausforderungen die normative und empirische Wende für das Wissenschaftsverständnis der Disziplin mit sich bringt. Zugleich eröffnet sich dabei ein Denkweg, der zu einer pluralen Ontologie führt, indem ein einheitlicher Wirtschaftsbegriff dekonstruiert wird und an seine Stelle die Diversität der konkreten ökonomischen Versorgungszusammenhänge tritt (Im Erscheinen im International Journal for Pluralism and Economic Education).
Der abschließende Schritt des Projekts ist, eine “Methodologie der Pluralen Ökonomik” zu entwerfen, die die bestehende Pluralität der Wirtschaftswissenschaften abzubilden im Stande ist und eine Orientierung für eine Wirtschaftswissenschaft im Kontext der Gestaltung moderner pluralistischer Demokratien anbietet (Ein erster Entwurf als Video hier: https://www.exploring-economics.org/en/discover/a-methodology-of-pluralist-economics/).

„Psyche and Power – a Genealogy of the Psychological and Philosophical Foundations in the Works of Friedrich Wieser and Friedrich A. Hayek“ (Theresa Steffestun)

Promotionsführende Universität: Universität Lausanne
Betreuer:in: Prof. Dr. Harro Maas
Beginn: 2019

Kurzbeschreibung: Das Promotionsprojekt widmet sich der Bedeutung der Konzepte der „Psyche“ und der „Macht“ in den Werken der beiden österreichischen Ökonomen, insbesondere hinsichtlich ihres Verständnisses von Ökonomie als Wissenschaft. Die Promotion zeichnet sich neben ihrem genealogischen auch durch ihren kontextualisierenden Zugang aus. So nimmt sie den interdisziplinären Kontext der sich erneuernden Disziplin der Wirtschaftswissenschaften um 1900 in den Blick. Dabei wird der Bedeutungshorizont der beiden zentralen Konzepte durch den Dialog mit ausgewählten Vertretern der Psychologie und Philosophie skizziert, die Wieser und Hayek respektive zu Rate ziehen. Auf diese Weise wird der interdisziplinäre Charakter nicht nur der Entstehungsgeschichte einzelner Wissenschaften, sondern auch ihrer zentralen Grundfragen, wie der Zusammenhang von Individuum und Gemeinschaft, die Bedingungen der Möglichkeit von Demokratie und gesellschaftlicher Ordnung oder die Quellen und Grenzen von (wissenschaftlichem) Wissen. Die Promotion trägt in dreifacher Weise zur Ergänzung und Erweiterung des Forschungsdiskurses bei: zum einen widmet sie sich kaum berücksichtigten Werken von Wieser und Hayek, zum zweiten erläutert sie interdisziplinäre Bezüge, die bisher kaum oder gar nicht diskutiert wurden, wie etwa zu Mach, Spinoza, le Bon und Spencer und zum dritten fundiert sie ihre Thesen durch die Erarbeitung von Archivmaterial, das in der Literatur bisher kaum Erwähnung findet. Angesichts der gesellschaftlichen Aktualität des Zusammenhangs von Psyche und Macht, zum Beispiel in der Bekämpfung von Krisen wie die Covid-19 Pandemie oder die Klimakrise, trägt das Promotionsprojekt nicht nur zu einem besseren Verständnis der behandelten Autoren und der Entstehung der Ökonomie als Wissenschaft, sondern ganz grundlegend auch der Gesellschaft bei.