Geschichte

geschichte

Die Gründung der Cusanus Hochschule als Akt akademischer Selbstbestimmung 2014

Die Cusanus Hochschule ist eine der wenigen akademischen Selbstgründungen in der deutschen Hochschullandschaft: Ihre Akademiker und Akademikerinnen haben selbst die Verantwortung übernommen, die institutionellen und finanziellen Voraussetzungen für eine freie Lehre und Forschung zu schaffen. Unterstützt werden sie dabei von BürgerInnen, PolitikerInnen und UnternehmerInnen, denen diese Freiheit als Grundlage gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und kultureller Erneuerung wesentlich ist und sie zugleich in vielerlei Hinsicht andernorts gefährdet sehen. Wesentliches gemeinsames Ziel war von Beginn an die grundlegende Erneuerung der ökonomischen sowie philosophischen Forschung und Lehre – um ihrer selbst willen und um sie als kritische Stimmen in der Gesellschaft erheben zu können.

Institutionell ist die Cusanus Hochschule aus einem internationalen Netzwerk von akademischen ForscherInnen hervorgegangen: der Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte e.V., die seit 2009 in Bernkastel-Kues angesiedelt ist. Nach einer mehrjährigen Planungsphase wurde sie am 12. Februar 2014 offiziell ins Leben gerufen, dem Tag, an dem ihr Namensgeber, Nicolaus Cusanus, eine seiner wichtigsten Schriften vollendete: „De docta ignorantia“ (1440).

Erste Schritte getragen von breiter Unterstützung 2014-2015

Auf die institutionelle Grundsteinlegung folgte der Aufbau des institutionellen und organisatorischen Rahmens für dieses Anliegen. Hierbei konnte die Bildungsinitiative auf tragfähige Unterstützung zurückgreifen. So verfügte die Cusanus Hochschule von Beginn an über eine universitär ausgerichtete Forschung in den Bereichen Ökonomie und Philosophie, die national wie international gut vernetzt ist. Durch die Unterstützung von regionalen wie überregionalen Unternehmen und Privatpersonen konnte die Hochschule ihren Anspruch verwirklichen, eine durch Schenkungen bürgerfinanzierte Bildungseinrichtung zu sein. Mit der Bereitstellung von Räumlichkeiten – der gegenwärtige Sitz der Hochschule ist im Rathaus von Bernkastel – und anderen Formen der Unterstützung förderten PolitikerInnen der Stadt, der Region und des Landes Rheinland-Pfalz die Ansiedlung der Hochschule an der Mittelmosel. Auch gründete sich die Cusanus Studierendengemeinschaft e.V., ein Verein junger Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, das Studierendenleben in Bernkastel-Kues aufzubauen und die Entwicklung eines Ortes freier Bildung mit der Cusanus Hochschule zu unterstützen.

Staatliche Anerkennung eines Bildungsortes von „hoher gesellschaftlicher Relevanz“ 2015

Im Jahr 2015 akkreditierte die Akkreditierungsagentur AHPGS alle vier Studiengänge der Hochschule, die Master und Bachelor in den Bereichen Ökonomie und Philosophie, und bescheinigte ihnen dabei eine „hohe gesellschaftliche Relevanz“. Am 22. Mai 2015 wurde die Hochschule vom zuständigen Ministerium des Landes Rheinland-Pfalz als Hochschule in freier Trägerschaft anerkannt. Zum Wintersemester 2015/2016 begannen über 30 Studierende als erster Jahrgang betreut von fünf berufenen ProfesorInnen offiziell das Studium in den Masterstudiengängen Philosophie und Ökonomie.

Zugleich verstärkte die Hochschule ihre Forschungsarbeit in Bereichen wie der Ökonomischen Bildung, der Heterodoxen, Interdisziplinären und Pluralen Ökonomie, der Philosophie der Renaissance und des Spätmittelalters oder der Existenzphilosophie. Ihre Mitglieder verantworten die Herausgabe bekannter Reihen und Zeitschriften und setzen wesentliche Impulse im gesellschaftlichen Dialog.

Ausbau des Lehrbetriebs mit der Eröffnung der Bachelor-Studiengänge 2016

Ein Jahr nach dem Studienbeginn der „Pioniere“ verdoppelt sich in etwa die Zahl der Studierenden zum Wintersemester 2016/ 2017; zwei weitere Professoren wurden an die Cusanus Hochschule berufen. Studierende können nun neben den Mastern auch die Bachelor Philosophie und Ökonomie an der Cusanus Hochschule studieren. Sie finden einen Studienort vor, an dem intensive Forschung in Philosophie und Ökonomie betrieben wird, Fragen der Zeit in Forschungsprojekten bearbeitet und der gesellschaftliche Dialog in und über Bernkastel-Kues hinaus gesucht wird. Darüber hinaus konnte auch über kooperative Promotionen die Förderung des akademischen Nachwuchses etabliert werden. Die Professoren der Hochschule werden mittlerweile nicht nur an anderen deutschen Universitäten, sondern auch international als Gutachter und Betreuer angefragt.