Newsletter Frühjahr 2018

Liebe Freund*innen und Förder*innen,

eine seiner bekanntesten Schriften, De docta ignorantia – von der „belehrten Unwissenheit“ – vollendete unser ‚Hausphilosoph‘ Nikolaus von Kues im Februar des Jahres 1440. Rund 578 Jahre später gibt es nun also die Cusanus Hochschule, eine der wenigen akademischen Selbstgründungen in der deutschen Hochschullandschaft. Ihr Ziel: die institutionellen und finanziellen Voraussetzungen für eine ökonomische und philosophische Lehre und Forschung schaffen, die frei ist, anhand derer sich jede*r frei und selbstbestimmt bilden kann. Diesen Februar wird sie schon vier Jahre alt. Cusanus Hochschule, quo vadis?

Mittlerweile sind gut 100 Studierende immatrikuliert, es gibt bereits einige Absolvent*innen; über zwanzig junge Menschen, Alumni ebenso wie Bachelor- und Masterstudierende, haben sich in der Region Mittelmosel niedergelassen und gestalten den Hochschulalltag mit. Hier im ersten Newsletter des Jahres 2018 folgen einige Eindrücke von dem, was alles war und was kommt – ab sofort versendet über unser eigenes datensicheres, auf freier Software aufbauendes Newsletterprogramm und somit auch in neuem Layout.

Herzlich grüßt die Newsletter-Redaktion

Inhalt

1 Erster Jahresempfang der Cusanus Hochschule

2 Neues IT-System

3 Neues aus der Studierendenschaft

3.1 Tage der Kulturreflexion

3.2 Neues Gemeinschaftshaus für den Studierendenverein

4 Interview mit Prof. Yamaki

5 Berichte aus den Instituten

5.1 Institut für Philosophie

5.2 Institut für Ökonomie

6 Cusanus on tour: Was war?

7 Infotage für Studieninteressierte

8 Neuerscheinungen

9 Kommende Termine

 

Erster Jahresempfang der Cusanus Hochschule

Erstmals hat die Cusanus Hochschule Freund*innen, Förder*innen, Studierende und Menschen der Region zum fortan jährlich stattfinden Jahresempfang eingeladen. Die rund 200 Gäste, die im Barocksaal des Klosters Machern versammelt waren, hatten Gelegenheit, unterschiedliche Perspektiven auf die vielen Facetten der jungen Hochschule, deren erfolgreiche Entwicklung und das Denken und Lernen an diesem Bildungsort zu erleben. Gastredner Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker erklärte, warum wir jetzt ,dran‘ sind, die ökologischen Krisen zu bewältigen.

In einer emotionalen Rede stellte der Ko-Präsident des Club of Rome die Thesen des jüngst unter seiner Leitung erschienen Berichtes „Wir sind dran. Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen“ vor. Zudem bemerkte er mit Blick auf die Cusanus Hochschule sehr treffend, dass „Ökonomie ohne Philosophie zwar möglich, aber sinnlos“ sei. Diesen Gedanken aufgreifend, widmeten sich die beiden Absolvent*innen Florian Rommel und Johanna Hueck der Frage, warum philosophische und ökonomische Reflexion notwendig ist, um diesem ‚Dransein‘ gerecht zu werden. Harald Schwaetzer verdeutlichte zudem sehr präzise, welchen wichtigen Beitrag die Naturphilosophie für eine neue gestaltende Begegnung mit Natur leisten kann.

Absolvent*innen und Mitarbeiter*innen der Cusanus Hochschule

Schließlich wurden die ersten Absolvent*innen des Pionierjahrgangs sehr herzlich von Hochschul- und Institutsleitung sowie von Studierenden verabschiedet. Das wachsende Interesse an der Hochschule und die spürbare gegenseitige Verbundenheit von Hochschule und Region machen Mut, das ‚Dransein‘ als gemeinsame Aufgabe fruchtbar zu machen.

Neues IT-System

Mit wachsender Studierendenzahl wachsen auch die Anforderungen an Prüfungs­wesen, Studierendenverwaltung und Hochschulstatistik. Der Senat der Hochschule hat somit eine IT-gestützte Lösung anvisiert und sich dafür in Zusammenarbeit mit dem IT-Ausschuss mittlerweile für das Programm ‚FH Complete‘ entschieden, das unter einer freien Lizenz (GPL) v.a. am Technikum Wien entwickelt wird. Eine kommerzielle Lösung kam aufgrund hoher Kosten nicht infrage, außerdem ist diese selbst aufgesetzte und betriebene Lösung wesentlich ‚datensouveräner‘: Die persönlichen Daten der Mitarbeiter und Studierenden bleiben in Hochschulhand. Die Cusanus Hochschule ist damit die erste Hochschule in Deutschland, die ein solches freies System einsetzt – freie Bildung braucht schließlich eine freie Infrastruktur.

Drei Studierende der Hochschule haben im Herbst mit der Installation und Einrichtung des Programms begonnen, unterstützt von einem befreundeten Fachinformatiker. Die Gruppe steht in Kontakt zu den Entwicklern in Wien, die bei Fragen aushilft, aus dem ‚Community‘-Gedanken freier Software heraus. Zum Sommersemester soll ein Testbetrieb mit echten Daten anlaufen, für das Wintersemester 2018/19 ist der hochschulweite Einsatz vorgesehen. Herzlichen Dank an die engagierten studentischen Administratoren!

Neues aus der Studierendenschaft

Die Studierendenschaft an der Cusanus Hochschule wächst. An dieser Stelle gibt es Neuigkeiten zum Leben und Studieren auf dem jungen Cusanus Campus.

Tage der Internen Kulturreflexion

Wie im letzten Jahr kamen einige Studierende alter und neuer Jahrgänge am 21./22. Januar für die Tage der Internen Kulturreflexion zusammen. Die Idee zu diesem jährlichen Impuls stammt aus Pionierzeiten. Die Tage dienen dazu, sich mit dem Zusammenleben in der Studierenden­gemeinschaft (Wohnen, Entscheiden, Essen, Kommunizieren etc.) jenseits vom Seminaralltag und klassischen Versammlungsformaten zu befassen. Im von wissenschaftlichen Diskursen und Machensmentalität geprägten Uni-Alltag geht es darum, aufmerksam auch gegenüber dem Eigenen, dem Gemeinschaftlichen und Lebensweltlichen zu sein und sich grundlegend zu fragen: „Auf welche Art und Weise und bis zu welchem Grad möchte ich/möchten wir Erkenntnisse und Haltungen aus dem Studium leben?“

Die diesjährigen Tage standen im Zeichen des Dragon Dreaming, einem ursprünglich auf einer Praxis der australischen Ureinwohner basierenden Konzept, das vier Phasen von Prozessen benennt (Träumen, Planen, Machen und Feiern). Neben Meditation, einem bunten Abend und einer gemeinsamen Wanderung gab es im Rahmen eines „Open Space“ Kleingruppenarbeit zu den Strukturen in der Studierendenschaft, dem Umgang mit hauswirtschaftlicher Arbeit („Reproduktion“) sowie politischer und feministischer Bildungsarbeit.

Neues Gemeinschaftshaus für den Studierendenverein

Der Cusanus Campus wächst: Seit Jahresbeginn gibt es neben dem Studierendenhaus auf dem Burgberg ein weiteres Gemeinschaftshaus, das allen Studierenden als Herberge und Aufenthaltsort während der Seminarzeiten dienen soll. Der Mietvertrag zwischen Stadt und Studierendenverein ist bereits unterzeichnet. Das Haus „Staccato“ am Marktplatz im Herzen von Bernkastel-Kues bietet viel Freiraum zum gemeinsamen Essen, Übernachten und Arbeiten. Eine kleine Wohngemeinschaft wird sich darum kümmern, dass es wohnlich bleibt. Demnächst stehen also gemeinschaftliche Renovierungsarbeiten an. Helfende Hände, Material- und Wissensspenden sind willkommen!

Interview

In jedem Newsletter stellen wir eine Persönlichkeit vor, die mit der Cusanus Hochschule eng verbunden ist. Die Redaktion hat dieses Mal den langjährigen Vorsitzenden der Cusanus Gesellschaft in Japan, Prof. Kazuhiko Yamaki (Waseda Universität, Tokyo) befragt.

Professor Yamaki in Bernkastel-Kues

Professor Yamaki, wann sind Sie Nicolaus Cusanus zum ersten Mal begegnet?

Das war 1968. Es gab damals auch in Japan eine große, landesweite Protestbewegung unter den Studierenden und den SchülerInnen, an der ich mich beteiligte. Dazu habe ich unter anderem Karl Marx in japanischer Übersetzung gelesen. Wir versuchten damit, die Gegenwart zu ändern. Aber diese einseitige Betonung des Gegenwärtigen war für mich nicht schlüssig. Die Menschheit ist nicht so stark, wie man im Alltag häufig glaubt. So entwickelte ich ein Interesse für das Mittelalter. Prof. Chūmaru Koyama, mein akademischer Lehrer, wies mich dann auf Cusanus‘ Trialog „De possest“ hin. Damit habe ich mich einen Monat lang beschäftigt, und danach habe ich Cusanus weiter studiert; wobei ich natürlich auch Lateinisch, Altgriechisch, Deutsch, Englisch und Französisch zu lernen hatte. So bin ich Cusanus begegnet.

Mindestens einmal jährlich trifft man Sie in Kues. Was zieht Sie an diesen Ort?

Neben der historischen Bedeutung des Ortes bringt mich vor allem die besondere wissenschaftliche Atmosphäre immer wieder nach Kues.

Wie nehmen Sie die Cusanus Hochschule wahr?

Wie ich bereits erwähnt habe: An der Cusanus Hochschule wird die beste wissenschaftliche Atmosphäre geschaffen, für die Studierenden, aber auch für die ProfessorInnen und MitarbeiterInnen. Auch nehme ich wahr, dass versucht wird, diese Bedingungen immer weiter zu perfektionieren. Man sieht das beispielsweise schon auf der neuen Homepage. Ich kann außerdem sehr gut erkennen, dass sich die Menschen an der Cusanus Hochschule auf sehr freundliche und offene Weise begegnen. Das erlebe ich an anderen akademischen Einrichtungen etwas weniger stark. Man könnte es auch so formulieren: Innerhalb der Cusanus Hochschule etabliert sich das Lachen.

Berichte aus den Instituten

Nachfolgend finden Sie einen Rückblick auf die wichtigsten Forschungsaktivitäten beider Institute aus den vergangenen Monaten.

Institut für Philosophie

Bilder beweglich denken: Internationales Cusanus-Symposion zu Ehren von Professor Kazuhiko Yamaki

Ein internationales Symposion zu Ehren von Professor Kazuhiko Yamaki (Waseda Universität Tokyo) fand vom 3. bis zum 5. November 2017 in Bernkastel-Kues statt. Anlass war sein 70. Geburtstag. Yamaki lehrt und forscht an der japanischen Elite-Universität Waseda über die Philosophie des Westens und widmet sich dabei seit über 40 Jahren auch dem Leben und Werk des Nicolaus Cusanus. So ist er nicht nur langjähriger Vorsitzender der japanischen Cusanus Gesellschaft, ebenso finden seine wissenschaftlichen Beiträge zu Cusanus weltweit Beachtung.

Zum Symposion fanden sich deshalb einige der weltweit angesehensten Cusanus-Forscher im traditionsreichen Cusanus-Geburtshaus am Moselufer ein. Beiträge lieferten Prof. Michael Eckert (Tübingen), Prof. Gianluca Cuozzo (Turin), Prof. Il Kim (Auburn/USA), Prof. Inigo Bocken (Nijmegen und Cusanus Hochschule), Prof. Isabelle Mandrella (München), Prof. Tilman Borsche (Hildesheim und Cusanus Hochschule) und Susann Kabisch (Hildesheim). Aus Bernkastel-Kues nahmen Prof. Harald Schwaetzer (Cusanus Hochschule) und Dr. Matthias Vollet (Kueser Akademie und Universität Mainz) mit Vorträgen am Symposion teil. Den Festvortrag hielt Prof. Wolfgang Christian Schneider (Universität Hildesheim und Cusanus Hochschule), der die Cherubim, Arma Christi und die Teinacher Tafel in den Fokus nahm, jedoch auch den geistigen Sprung nach Osten zu den tibetischen Mandalas und Thangkas wagte. Die umfangreiche Forschung von Prof. Yamaki zu Cusanus ist in einem kürzlich erschienenen Sammelband („Anregung und Übung“, 2017) mit 24 Beiträgen zusammengefasst.

Förderung von Naturphilosophie am Institut für Philosophie

Wir sind heute in einer Situation, in der wir nicht nur die Natur, sondern auch uns selbst verloren haben. Die Frage nach der Natur wird zugleich eine Frage nach uns selbst – nach der Fähigkeit, angemessen zu erkennen, zu empfinden und zu handeln. Unter dem Titel „Das Andere der Natur – philosophische Aufgaben im Umgang mit Natur und Kosmos“ hat die Mahle Stiftung Stuttgart einen Projektantrag des Instituts für Philosophie der Cusanus Hochschule genehmigt. Nicht nur Fragen von Nachhaltigkeit und Klimawandel zeigen deutlich, dass es nicht so sehr um technische Lösungen, sondern um einen gesamtkulturellen Sinneswandel geht. Das wird bisher zu wenig bedacht, um die drängenden Zukunftsprobleme adäquat anzugehen.

Gleichzeitig gilt es, unser Verständnis von Mensch und Natur zu reflektieren sowie den Wert der Reflexion für Ansätze, die sozial, wirtschaftlich oder juristisch andere Wege gehen wollen anzuerkennen. Nach langen Jahren einer Flaute der Naturphilosophie gibt es in der akademischen Welt gegenwärtig eine neue Aufmerksamkeit für diese philosophische Disziplin (in ihrer ganzen theoretischen und praktischen Breite). In dieses sowohl gesellschaftlich drängende wie ins akademische Profil des Instituts für Philosophie passende Feld kann sich die Cusanus Hochschule nun begeben:

Summer School 2018

Einladung zur SUMMER SCHOOL des Instituts für Philosophie

Vom 1. bis zum 5. Mai wird das Institut für Philosophie in Bernkastel-Kues daher eine Summerschool anbieten unter dem Titel „Naturphilosophie nach dem Ende der Natur?“. Dort wollen wir den Herausforderungen der Gegenwart im Hinblick auf die Natur mit der Hilfe und den Mitteln der Philosophie begegnen: Erkenne Dich selbst und anerkenne – heilend-dienend – die Natur. Gemeinsam mit gegenwärtigen Naturphilosoph*innen, jungen Wissenschaftler*innen, engagierten Menschen und Aktivist*innen werden wir aus historischen, systematischen und interkulturellen Perspektiven über einen Weg nachdenken, der uns in eine neue gestaltende Begegnung mit der Natur führt. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: https://www.cusanus-hochschule.de/aktuelles/einladung-zur-summer-school-naturphilosophie/

DFG und ANR-Forschungsprojekt zur Philosophie der Mystik

„Teaching and Preaching with Patristic auctoritates – Meister Eckhart in France and Germany, past and present“: Gemeinsam mit der Meister Eckhart-Forschungsstelle des Max-Weber-Kollegs (Erfurt) und der Equippe de Recherche de Mystique Rhenan (Universität Lorraine / Metz) ist dem Institut für Philosophie der Cusanus Hochschule in einer gemeinsamen Ausschreibung von DFG und ARN ein Projekt genehmigt worden, welches bis 2021 den inhaltlichen und methodischen Umgang mit der Patristik bei Meister Eckhart untersucht.

Im Zentrum der Forschungen stehen dabei zugleich die Verfahren, wie Eckhart sich Texte aneignet – jenseits einer bloßen Rezeption, eines schlichten Zitierens. Auch Nikolaus von Kues und sein Verhältnis zur Patristik wie zu Eckhart werden unter die Lupe genommen. Harald Schwaetzer, Leiter des Institutes für Philosophie an der Cusanus Hochschule, übernimmt die Koordination der deutschen Forschungsgruppe. Somit ist das Institut für Philosophie der Cusanus Hochschule in einem seiner wichtigsten Forschungsfelder, der spätmittelalterlichen philosophischen Mystik und Spiritualität, an einem international gewichtigen Forschungsprojekt maßgeblich beteiligt.

Neugründung der bursa cusana

Zum Nachlass des Cusanus gehört nicht nur das Stift in Bernkastel-Kues, sondern auch der in Deventer angesiedelte Topf bursa cusana, der einst 20 jungen Studierenden ein Lateinstudium in Deventer finanzierte. Heutzutage erinnert daran nur noch ein Gedenkschild in der Deventer Bursesteeg, dem Haus, dem ehemaligen Studierendenhaus. Die Geschichte der bursa endete um 1700, als die Stadt das Geld für sich vereinnahmte.

Nun hat das Titus Brandsma Institut für Mystik und Spiritualitätsforschung in Zusammenarbeit mit der Cusanus Hochschule und der Burghardt van den Bergh-Stiftung die bursa wieder eingerichtet. Das Geld konnte eingeworben werden, damit sich junge Nachwuchswissenschaftler*innen aus aller Welt, die sich mit Mystik und Spiritualität beschäftigen, zweimal im Jahr treffen – gemeinsam mit Forscher*innen des Titus Brandsma Instituts und der Cusanus Hochschule. Teil dieser Tagungen wird jeweils ein öffentlicher Vortrag eines anerkannten Wissenschaftlers sein. Am 17. und 18. Januar 2018 fand in Nijmegen bereits das erste Treffen statt. Zwei Tage lang diskutierten Nachwuchswissenschaftler*innen ihre Projekte. Informationen zu einem Fellowship bei Dr. Marc De Kesel: Marc.DeKesel@titusbrandsmainstituut.nl

Prof. Hiroko Matsumoto an der Cusanus Hochschule

Am 21. November 2017 hielt Prof. Hiroko Matsumoto (Universität Kobe) einen Vortrag über die Darstellung von Atomkatastrophen in der japanischen und der deutschen Literatur. Die Universität Kobe ist eine der größten und traditionsreichsten Universitäten Japans, und bereits seit längerer Zeit Kooperationspartner der Cusanus Hochschule. Mit ihrem Vortrag bezog sich Prof. Matsumoto nicht nur auf die dreifache Katastrophe von Fukushima (Erdbeben, Tsunami, Super-GAU), sondern auch auf die Atombombenabwürfe von 1945 und die Folgen der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl.

Im vollen Ratssaal der Stadt Bernkastel-Kues stellte sie in Deutschland fast unbekannte Autoren wie Hara Tamiki, Ibuse Masuji, Tōge Sankichi oder – ganz aktuell – Wagô Ryôichi vor, vermittelte anschaulich die Inhalte ihrer Texte mit eigenen Übersetzungen und sensibilisierte so die Zuhörer*innen damit gleichzeitig für die kulturellen Unterschiede zwischen Japan und Deutschland. Der Gegenbesuch einer Delegation der Cusanus Hochschule an der Universität Kobe wird im März stattfinden.

Institut für Ökonomie

Wie denken zukünftige Ökonom*innen?

Diese Frage bewegt ein Team des Instituts für Ökonomie im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojektes in Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt und gefördert vom Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung (FGW). Ziel des Projektes ist es, auf Wegen der empirischen Sozialforschung ein Bild davon zu erhalten, was und wie BA-Studierende der Volkswirtschaftslehre an den wichtigsten deutschsprachigen Hochschulstandorten dieses Faches denken. Einschlägige Thesen im gegenwärtigen Diskurs um den Status Quo der Wirtschaftswissenschaften, wie etwa die einer Wahrnehmung von Einseitigkeit in der Ausbildung oder aber der von indoktrinierenden Facetten des Studiums, können so kritisch überprüft werden. Erste Ergebnisse liegen vor und werden im kommenden Jahr sukzessive veröffentlicht. Projektmitarbeiter Lukas Bäuerle kann jetzt schon versichern, dass sich Erkenntnisse andeuten, die so bislang nicht im kritischen Diskurs um akademische ökonomische Bildung abgebildet sind. Die Projektergebnisse werden am 20.3. im Rahmen einer Abendveranstaltung an der Universität Mannheim vorgestellt. Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen finden Sie demnächst hier.

Nachwuchswissenschaftler*innen vertiefen Vernetzung zur Erneuerung ökonomischer Bildung

Die Gesellschaft für sozioökonomische Bildung und Wissenschaft (GSÖBW) vereint Fachdidaktiker*innen, Wirtschaftspädagogen und Fachwissenschaftler*innen zu einem Austausch zur Veränderung der Wirtschaftswissenschaften in Forschung und Lehre. Von Beginn an engagieren sich Mitglieder des Instituts für Ökonomie an der Cusanus Hochschule für ihren Aufbau; so ist Prof. Dr. Silja Graupe etwa die stellvertretende Sprecherin des Vorstands. Der wissenschaftliche Nachwuchs des Instituts bringt sich anlässlich der 2. Jahrestagung der GSÖBW vom 27.2. bis 1.3.2018 mit der Initiative eines Arbeitskreises zur Verbesserung der wirtschaftswissenschaftlichen Lehre in diese Vernetzungsarbeit ein. Gemeinsam mit anderen Nachwuchswissenschaftler*innen und bereits etablierten Lehrenden möchten sie die ökonomische Bildung an Universitäten neu denken, bereits existierende Alternativen austauschen und konkrete Vorschläge entwickeln, wie genau Form und Inhalt der ökonomischen Bildung zusammen verändert werden können. Hierfür wollen sie ihre Erfahrungen als Absolvent*innen und Lehrende an der Cusanus Hochschule einbringen und auch für andere Lehrende und Lernkontexte fruchtbar machen.

Offener Hörsaal: Populismus für Anfänger

Im Rahmen des neuen Formates ‚Offener Hörsaal‘ sind Menschen der Region, Freunde und Förderer der Cusanus Hochschule sowie Studierende eingeladen, gemeinsam Themen, Probleme und Fragen aus der Wissenschaft zu bewegen. Das Format wurde vergangene Woche mit einem Vortrag von Prof. Dr. Walter Ötsch, Professor für Ökonomie und Kulturgeschichte an der Cusanus Hochschule, eröffnet.

Offener Hörsaal

Am Donnerstag, den 23. November, zeigte Walter Ötsch in seinem Vortrag „Populismus für Anfänger“ Muster rechtspopulistischer Kommunikation auf, die sich in ausführlicher Beschreibung in seinem gleichnamigen Buch finden. Zudem eröffnete er den etwa 160 Besucher*innen, wie man mit Rechtspopulismus und Demagogen umgehen kann. Eine Besucherin stellte nach der Veranstaltung fest: „Die Hochschule tut der Region sehr gut, es ist wichtig, sich mit solchen Themen auseinanderzusetzen“.

Interdisziplinäre Tagung zur Wirkungsgeschichte des Ordoliberalismus

Im Zuge der Eurokrise und ihrer Bewältigung sprechen Wissenschaftler*innen immer wieder von einem Comeback des Ordoliberalismus in die Politik. Die kürzlich erscheinende Studie „Netzwerke des Marktes“ von Dr. Stephan Pühringer und Prof. Dr. Walter Ötsch, beide Mitglieder des Instituts für Ökonomie der Cusanus Hochschule, weist auf darüber hinaus gehende Einflüsse von ordoliberalen Professor*innen und von Institutionen, die von Vertreter*innen dieses wirtschaftspolitischen Denkkollektivs geprägt sind hin. Aus diesem Anlass veranstaltete das Institut für Ökonomie zusammen mit dem Institut für die Gesamtanalyse der Wirtschaft und der Akademie für politische Bildung in Tutzing am 09. und 10. Oktober 2017 eine Tagung zur Geschichte und Bedeutung des Ordoliberalismus für die Politik.

Zahlreiche Wissenschaftler*innen aus den Disziplinen der Politikwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Medienwissenschaft und den Wirtschaftswissenschaften kamen zusammen, um zentrale Denkformen, Netzwerke und Wirkungsfelder des Ordoliberalismus aufzuzeigen und zu diskutieren. Die Ergebnisse dieses interdisziplinären Austausches werden in einem groß angelegten Sammelband zur Wirkungsgeschichte des Ordoliberalismus veröffentlicht.

Cusanus on tour: Was war?

Freie Bildung braucht freie Räume – Forum zur Zukunftsfähigkeit freier Bildung in Zeiten ihrer Ökonomisierung. Gemeinsames Forum der Cusanus Studierendengemeinschaft und CampusA an der Cusanus Hochschule, Bernkastel-Kues (30.11. – 2.12.17)

Grundlinien für Zukunftsbilder Sozialer Landwirtschaft. Perspektiven aus Bewusstseinsgeschichte und zeitgemäßen Zugängen zur Natur. Seminarwoche der Cusanus Hochschule und Petrarca e. V. (19.11. – 25.11.17)

Wirtschaftswissenschaften und sozial-ökologische Transformation. Tagung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), der Cusanus Hochschule, des Netzwerks Plurale Ökonomik und des Wuppertal Instituts für Umwelt, Klima, Energie in Berlin (6.11.17)

Time for Change? Schule zwischen demokratischem Bildungsauftrag und manipulativer Steuerung. Tagung der Bergischen Universität Wuppertal, mitveranstaltet von der Cusanus Hochschule, Wuppertal (3.02.18)

Infotage für Studieninteressierte

Sie interessieren sich für ein Studium an der Cusanus Hochschule? Studieren Sie für einen Tag mit, erleben Sie den Studierendenalltag vor Ort und kommen Sie gern mit uns ins Gespräch!

Bachelor Ökonomie und Philosophie

Samstag, 21. April 2018

09:30h – 13:00h: Methoden des Verstehens: Hermeneutik bei Prof. Dr. Inigo Bocken, Philosophie

09:30h – 13:00h: Wissenschaftliches Arbeiten und seine Methoden bei Prof. Dr. Stephan Panther, Ökonomie

Samstag, 26. Mai 2018

09:30h – 13:00h: Kunst als Selbst- und Wirklichkeitsgestaltung bei Prof. Dr. Wolfgang Christian Schneider, Philosophie

09:30h – 13:00h: Grundlagen der Ökonomie bei Prof. Dr. Silja Graupe, Ökonomie

Samstag, 16. Juni 2018

09:30h – 13:00h: Methoden des Verstehens: Hermeneutik bei Prof. Dr. Harald Schwaetzer, Philosophie

09:30h – 13:00h: Grundlagen der Ökonomie bei Prof. Dr. Silja Graupe, Ökonomie

Master Ökonomie und Philosophie

Dienstag, 15. Mai 2018

9:30h – 15:00h Studieninfotag MA Ökonomie

Dienstag, 5. Juni 2018

09:30h – 15:00h Studieninfotag MA Ökonomie

Neuerscheinungen

Institut für Ökonomie

Bäuerle, Lukas, 2017: Die ökonomische Lehrbuchwissenschaft – Zum disziplinären Selbstverständnis der Volkswirtschaftslehre. In: Momentum Quarterly 4/2017, S. 252-270.

Pühringer, Stephan; Bäuerle, Lukas und Engartner, Tim, 2017: Was denken (zukünftige) ÖkonomInnen? Einblicke in die politische und gesellschaftliche Wirkmächtigkeit ökonomischen Denkens, GWP, 4-2017, S. 547-556.

Graupe, Silja, 2017: Wie konnte es passieren? – ökonomische Bildung als Boden einer geistigen Monokultur. In: Wirtschaftsdienst 2017(12): S. 847-850.

Graupe, Silja, 2017: Brauchen wir ein Schulfach „Wirtschaft“? Bezugsdisziplin Wirtschaftswissenschaft? In: Politikum 4/2017, S. 67-68.

Ötsch, Walter; Pühringer, Stephan und Hirte, Katrin, 2018: Netzwerke des Marktes. Ordoliberalismus als Politische Ökonomie. Wiesbaden: Springer VS.

Rommel, Florian und Schneidewind, Uwe, 2017: Zur Kritik an transformativer und pluraler Ökonomik. – Auf dem Weg zu einer verantworteten Pluralität. In: Institut für Ökologisches Wirtschaften (Hrsg.), Ökologisches Wirtschaften 2/2017.

Kommende Termine

Hierbei handelt es sich um eine Auswahl. Alle Termine finden Sie jederzeit auf unserer Website.

Rechtspopulismus

Vortrag von Prof. Walter Ötsch, veranstaltet vom Funktionsforum Bildung Grieskirchen/Eferding

Datum: 27. Februar 2018

Ort: Grieskirchen

Logik und Lyrik
Vortrag von Prof. Harald Schwaetzer im Rahmen der Tagung „Lyrik und Erkenntnis. Methodische und praktische Überlegungen aus lyrikologischer und philosophischer Sicht.“ Die Tagung wird veranstaltet von der DFG-Kolleg-Forschergruppe „Russischsprachige Lyrik in Transition“ an der Universität Trier. Weitere Informationen finden Sie hier.
Datum: 01. März 2018, 09:30h – 10:30h
Ort: Universität Trier, Hauptgebäude, Raum P12, Universitätsring, Trier
Erkennen – philosophisch und lyrisch
Vortrag von Prof. Tilman Borsche im Rahmen der Tagung „Lyrik und Erkenntnis. Methodische und praktische Überlegungen aus lyrikologischer und philosophischer Sicht.“ Die Tagung wird veranstaltet von der DFG-Kolleg-Forschergruppe „Russischsprachige Lyrik in Transition“ an der Universität Trier. Weitere Informationen finden Sie hier.
Datum: 01. März 2018, 10:30h – 11:30h
Ort: Universität Trier, Hauptgebäude, Raum P12, Universitätsring, Trier

Populismus und Demagogie: Wie gefährlich ist dieses Denken?

Vortrag von Prof. Walter Ötsch, veranstaltet vom Rotarier Klub Linz

Datum: 07. März 2018, 19:00 – 20:00h

Ort: Clublokal, Adlerstraße 1, 4600 Wels

Rechtspopulismus für Anfänger. Anleitung zur Volksverführung. Forschungsergebnisse und Hinweise zur politischen Bildung an Schulen

Vortrag von Prof. Walter Ötsch im Rahmen des Oberösterreichischen Bundeslehrer*innentags

Datum: 08. März 2018, 10:00 – 12:00h

Ort: Volkshaus in Ebelsberg, Kremsmünsterer Straße 1, 4030 Linz

Die Nichtzweiheit von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit
Symposion, veranstaltet vom EKO-Haus der Japanischen Kultur. Im Rahmen des Symposions wird Prof. Wolfgang Christian Schneider einen Vortrag mit dem Titel „Durchströmtsein und Schau. Die Spur des Ungeschiedenseins im antiken griechischen Denken“ halten.
Datum: 16. März 2018, 15:00h – 18. März 2018, 12:30h
Ort: EKO-Haus der Japanischen Kultur, Brüggener Weg 6, 40547 Düsseldorf

Wie denken zukünftige Ökonom*innen?

Abendveranstaltung in Zusammenarbeit mit dem AK Plurale Ökonomik Mannheim und der Professur für die Didaktik der Sozialwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt a.M. Im Rahmen einer Podiumsveranstaltung werden die Ergebnisse des Projekts „Wie denken zukünftige ÖkonomInnen? Eine quantitativ-qualitative Befragung von Studierenden der Volkswirtschaftslehre“ vorgestellt. Weitere Informationen demnächst hier.

Datum: 20. März 2018

Ort: Universität Mannheim, Schloss, 68131 Mannheim

Internationales Kolloquium zu La divinisation chez les Pères de l’eglise

Harald Schwaetzer wird vortragen zum Thema: „Quelle est l’influence des Pères sur la réflexion de Nicolas de Cues sur la divinisation?“

Datum: 21.-22. März 2018

Ort: Institut européen d’écologie, Metz

Musik und Fragen zur Person: der Historiker und Philosoph Wolfgang Christian Schneider
Beitrag im Deutschlandfunk mit Prof. Wolfgang Christian Schneider im Rahmen der Sendung „Musik und Fragen zur Person“
Datum: 25. März 2018, 13:30h – 15:00h

Konzert des Hochschulchores

Datum: 15. April 2018, 19:00 – 20:30h

Ort: wird noch bekanntgegeben

Grundstimmung und Landschaft in der lyrischen Kultur Chinas: geschichtlicher Wandel und gegenwärtige Krise

Gastvortrag von Prof. Frank Kraushaar (Universität Riga)

Datum: 19. April 2018, 19:00 – 21:00h

Ort: Cusanus Hochschule, 54470 Bernkastel-Kues

Wem kann ich noch trauen – Medienkompetenz im postfaktischen Zeitalter

Vortrag und Workshop von Prof. Walter Ötsch im Rahmen der Reihe Science Talk, veranstaltet vom Bildungshaus Steyer

Datum: 25. April 2018, 17:00 – 18:00h

Ort: Treffpunkt Dominikanerhaus Steyr, Grünmarkt 1, 4400 Steyr

Reshaping Economics

Tagung in der Evangelischen Akademie Tutzing, mitveranstaltet von der Cusanus Hochschule

Datum: 27. – 29. April 2018

Ort: Evangelische Akademie, Tutzing

Summer School Naturphilosophie des Instituts für Philosophie der Cusanus Hochschule

Gemeinsam mit gegenwärtigen Naturphilosoph*innen, jungen Wissenschaftler*innen, engagierten Menschen und Aktivist*innen werden wir aus historischen, systematischen und interkulturellen Perspektiven über einen Weg nachdenken, der uns in eine neue gestaltende Begegnung mit der Natur führt. Informationen gibt es hier.

Datum: 01. – 05. Mai 2018

Ort: Cusanus Hochschule, 54470 Bernkastel-Kues