Newsletter Herbst 2018

Liebe Freund_innen, liebe Förder_innen,

mit den ersten Herbststürmen ist das Sommersemester 2018 an der Cusanus Hochschule zu Ende gegangen, für Mitarbeitende wie Studierende wieder ein bewegtes halbes Jahr. Auch in den Sommermonaten wurde viel geforscht, eingeladen, gewerkelt und eingerichtet. Es gab neue philosophische und ökonomische Veröffentlichungen und Diskursräume, die Bibliothek und die studentischen Gemeinschaftshäuser haben sich als Orte weiterentwickelt. Ein kleiner Einblick hier. Allen Erstsemestern, die wir in diesen Wochen begrüßen dürfen, einen guten Start in ihr Studium und eine schöne Zeit an der Hochschule!

Es grüßt Sie herzlich

die Newsletter-Redaktion


Inhaltsverzeichnis

–Neues aus der Hochschule–
Begrüßung der Erstsemester
Stipendiatenanteil: Cusanus Hochschule auf Spitzenplatz in einer Erhebung der Studienstiftung
Präsentationen der Forschungsprojekte von Studierenden
Kunstausstellung unter Mitwirkung der Kueser Akademie

–Neues aus der Studierendenschaft–
Studierende präsent in der Region
Renovierungstage im Studi-Haus
Herbstakademie und Orientierungstage

Herbst-Interview mit Fabian Warislohner

–Berichte aus den Instituten–
Institut für Philosophie
Institut für Ökonomie

Pressespiegel Sommer 2018 (Auswahl)
Neuerscheinungen 2018
Termine


Neues aus der Hochschule

Auftakt des Wintersemesters mit feierlicher Begrüßung der Erstsemester und Überreichung der Berufungs-Urkunde an Prof. Dr. Frank Beckenbach

Anfang Oktober durfte die Cusanus Hochschule wieder über 25 motivierte Menschen begrüßen, die unter dem Leitbild „Menschlich(keit) studieren“ ein Studium der Ökonomie oder Philosophie beginnen. In Workshops und Gesprächen mit ihren Mentor*innen lernten die angehenden Studierenden den Campus und wichtige Strukturen des Lebens und Studierens an der Cusanus Hochschule kennen. Weiterhin wurden sie auf das Zusammenleben im Studierendenhaus und die Mosel-Region eingestimmt, u.a. mit einer Stadtführung in Bernkastel-Kues und einer Weinprobe regionaler Spezialitäten.

Am Samstagabend, bei der feierlichen Eröffnung des Wintersemesters in der Güterhalle des alten Bahnhofs von Bernkastel-Kues, wurde schließlich das neue Semester traditionell eingeläutet mit dem großen, handgeschmiedeten Hochschulgong. Willkommen geheißen durch die kommissarische Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Silja Graupe wurden hierbei nicht nur die neuen Studierenden, sondern auch die Berufungsurkunde an Prof. Dr. Frank Beckenbach überreicht, der an der Cusanus Hochschule eine der deutschlandweit ersten Professuren für plurale Ökonomie antritt. In diesen Tagen starten bereits die ersten Vorlesungen und Seminare.

Bild: Erstsemester 2018

Stipendiatenanteil: Cusanus Hochschule auf Spitzenplatz in einer Erhebung der Studienstiftung

Dieses Jahr fördert die Studienstiftung des deutschen Volkes insgesamt sechs Studierende an der Cusanus Hochschule. Damit belegt die Hochschule im Vergleich mit anderen Hochschulen, an denen auch Studierende von der Studienstiftung gefördert werden, bundesweit den 2. Platz. Insgesamt 6,31% der Studierenden werden durch ein Stipendium unterstützt, der Bundesdurchschnitt liegt bei unter 0,4%. Die Studienstiftung erwartet von ihren Stipendiat*innen „Leistung, Initiative und Verantwortung“. Leistung bedeutet dabei akademische Exzellenz, Initiative meint Engagement in und für die Gesellschaft, und hinsichtlich der Verantwortung fragt das größte überkonfessionelle und politisch unabhängige Begabtenförderwerk in Deutschland, ob die Geförderten später verantwortungsvolle Aufgaben in der Wirtschaft, in der Politik und in der öffentlichen Verwaltung werden übernehmen können. „Wir freuen uns, dass so viele unserer Studierenden in all diesen Bereichen überzeugen können“, sagt Prof. Dr. Silja Graupe, die ebenso wie zwei weitere Kollegen an der Cusanus Hochschule Alumna der Studienstiftung ist.

Präsentationen der Forschungsprojekte von Studierenden

Am 17. Juli 2018 stellten Studierende der Cusanus Hochschule ihre Forschungsvorhaben einer breiten Öffentlichkeit vor. Dazu trafen sich Interessierte, Freunde und Förderer der Hochschule in der ‚Alten Güterhalle‘ in Bernkastel-Kues, wo die einzelnen Projekte auf Postern visualisiert und erläutert wurden. Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit einem Grußwort von Prof. Dr. Silja Graupe und durch Dr. Lars Hochmann, der die Projekte der Studierenden als Lehrbeauftragter begleitet.

Es folgten die Projektvorstellungen, bei der Studierende des M.A. Ökonomie den Stand ihrer Forschungsprojekte anhand von Plakaten präsentierten. Dabei bestand die Möglichkeit, direkt mit den Studierenden ins Gespräch zu kommen, Fragen zu den Projekten zu stellen, Anregungen zu geben und auch eigene Erfahrungen mit den jeweiligen Themen einzubringen. Die Studierenden beschäftigen sich in ihren Forschungsprojekten im weitesten Sinne mit der Frage, welche Lösungen es für aktuelle gesellschaftliche Problemfelder geben könnte: So geht es etwa um das Thema Baurecht und dessen Verträglichkeit mit ressourcenschonendem Bauen oder um die Frage, welche Auswirkungen es hat, wenn kulturelle Einrichtungen primär nach möglichst wirtschaftlichen Prinzipien geführt werden. Nach einer lebhaften Stunde des Austauschs und der Diskussion stellten die Absolventin Paula Kühne (M.A. Philosophie) und Hannes Bohne (M.A. Ökonomie) ihre fortgeschrittenen bzw. abgeschlossenen studentischen Forschungsprojekte vor.

Öffentliche Forschungsprojektvorstellungen sind Teil des Gesellschaftlichen Dialogs der Cusanus Hochschule, der einen öffentlichen Austausch über die Themen in Forschung und Lehre der Hochschule initiiert und fördert. Dies soll gesellschaftlich relevante Themen in der Hochschule präsenter machen und dazu führen, dass Forschung nicht nur in kleinen Kreisen verbleibt.

Bild: Vorstellung studentischer Forschungsprojekte

Kunstausstellung unter Mitwirkung der Kueser Akademie

„Der Rhythmus ist die Architektur des Seins, ist die innere Dynamik, die ihm Form gibt, ist das Wellensystem, welches das Sein dem Anderen entgegensendet, ist der eine Ausdruck der Lebenskraft.“ So der Kerngedanke der Ausstellung zum Thema „Der Rhythmus des Seins“, die unter Mitwirkung des An-Instituts der Hochschule, der Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte, organisiert wurde und bis zum 20.10.2018 in St. Ulrich Gröden zu besichtigen ist. Bei der Gestaltung der Ausstellung hat sich Bildhauer und Maler Wilhelm Senoner mit einem riesigen, undefinierten open space auseinandergesetzt: Leere und Fülle sind hier Teil voneinander und ein rhythmisches Motiv, das der Wirklichkeit einen semantischen Wert verleiht, im Sinne einer „coincidentia oppositorum“, wie August Herbst, Mitarbeiter der Kueser Akademie, in seinem Grußwort bei der Vernissage am 25. August betonte.


Neues aus der Studierendenschaft

Studierende präsent in der Region

Am 5. August veranstaltete die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues zum ersten Mal einen Ehrenamtstag, bei dem sich die Initiativen und Vereine der Region interessierten Besucher*innen vorstellen konnten. Neben der Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte war auch die Studierendengemeinschaft mit einem Infostand vertreten. Bei Cusanus-Schokoladenkeksen kamen Julia Fuchte und Katrin Feichtinger ins Gespräch mit Interessierten und konnten am Ende des Tages vom Feuerwehrkran aus einen weiten Ausblick über Bernkastel genießen.

Einen konkreten Einblick in das studentische Leben und Arbeiten erhielten interessierte Bürger*innen am 23. September, als das Studierendenhaus zu einem „Tag der Offenen Tür“ auf den Burgberg einlud. Bei Live-Musik, Kaffee und Kuchen sowie Hausführungen und einer Fotoshow informierten sich die Gäste – unter ihnen auch ehemalige Zivildienstleistende des Jugendherbergswerks – über den Ort und die Anliegen der Cusanus Studierendengemeinschaft.

Renovierungstage im Studi-Haus

Ein selbstverwaltetes Studierendenhaus braucht Fürsorge und Zeit; schließlich hat sich die Anzahl der Studierenden seit einem Jahr verdoppelt. Die Ruhe der Sommerpause nutzten einige, überwiegend vor Ort lebende Bewohner*innen zu einer Renovierungswoche, in der entrümpelt, geschreinert, gestrichen, repariert und geputzt wurde. Auch das Studierendenhaus am Marktplatz wurde wohnlich gemacht. Schön wäre es, wenn diese Zeiten gemeinsamen Arbeitens (und Feierns) künftig regelmäßig zu Semesterbeginn und -ende stattfänden – vielleicht auch eine gute Gelegenheit für Studieninteressierte, Ort und Menschen kennenzulernen?

Herbstakademie und Orientierungstage

„Zwischen( )Welten. Eine Woche Zeit & Räume zur Annäherung an das Andere zwischen uns“ – so lautete das Motto der diesjährigen Herbstakademie, organisiert von einem Team aus Bachelor- und Masterstudierenden der Ökonomie und Philosophie. Vom 3.–9. September kamen ca. 40 auswärtige Gäste und Studierende zusammen, um sich auf ungewohnte Arten zu begegnen, sich auszutauschen, zu meditieren, zu lernen und zu diskutieren. „Es gibt dich und es gibt mich, aber was gibt es zwischen uns? Es gibt uns und es gibt „die Anderen“ – oder ist die Andersartigkeit bereits in uns angelegt und kommt in der Berührung mit dem vermeintlich Anderen nur zum Vorschein?“ Der cusanische „Ineinsfall der Gegensätze“ also einmal als menschliche Begegnung gelebt? Ein Anliegen der Organisator*innen zumindest war es, eine „Kultur und Haltung des Miteinanders, der Offenheit und Verbundenheit“ zu entfalten und unserer Welt des „Nie-genug-Seins“, der Wachstumszwänge, des Leistungs- und Erledigungsdrucks eine Oase der Begegnung von Körper, Geist und Seele entgegenzusetzen.

Auf den im Anschluss folgenden Orientierungstagen schließlich konnten Studieninteressierte konkrete Inhalte und Lehrende des Studiums kennenlernen, um sich mit eigenen (bildungs)biografischen Fragen auseinanderzusetzen und sich untereinander auszutauschen.


Herbst-Interview mit Fabian Warislohner

Der Newsletter bietet immer auch Gelegenheit, den Leser*innen Menschen vorzustellen, die an der Cusanus Hochschule arbeiten. Dieses Mal gibt uns der Fabian Warislohner Auskunft aus seiner Perspektive als Studierender des M.A. Philosophie und berichtet über seine bis vor kurzem ausgeübte Tätigkeit als IT-Mitarbeiter der Hochschule.

Bild: Fabian Warislohner

Fabian, wie bist du an die Cusanus Hochschule gekommen?

Meist mit dem Zug – bis ich mich dazu entschieden habe, auch hier zu wohnen. Ich habe schon früh von der Hochschulinitiative erfahren und die Entwicklung über Gründung und institutionelle Anerkennung hinaus beobachtet. Da mir in meinem Doppelbachelor Philosophie/Ökonomie in Bayreuth viele Aspekte fehlten, habe ich im ersten Ökonomie-Jahrgang an einigen Seminare teilnehmen können. Gerade zur Geschichte des ökonomischen Denkens gibt es an anderen Universitäten kaum mehr etwas, kritisches Denken war eher abseits der Hörsäle zu finden. Nachdem ich in meiner Bachelorarbeit über die Bedeutung der Klugheit bei Kant immer tiefer auch in die Philosophiegeschichte eingetaucht bin, wollte ich in der Philosophie weitergehen. Um jedoch nicht vom Bachelor in den Master zu stolpern, habe ich zwischendrin als Journalist in Berlin und bei einer NGO in Brüssel gearbeitet. Diese Tätigkeit hat jedoch viele Fragen aufgeworfen, denen ich mich in Ruhe und in einem guten Umfeld widmen wollte. Daher habe ich mich schließlich 2016 für den M.A. Philosophie in Bernkastel-Kues entschieden.

Was ist für dich das Besondere an der Cusanus Hochschule?

Ich habe mit der Idee der Hochschule immer schon eine große Freiheit verbunden. Die Freiheit, zu studieren, wie ich es konkret im Leben brauche. Das heißt: meinen Fragen nachzugehen, die immer auch Fragen der konkreten Gestaltung der Hochschule selbst sind, politische Fragen. Daher bin ich froh, als eine*r von zwei studentischen Mitgliedern im Senat über das vergangene Jahr hinweg wichtige Prozesse begleitet zu haben.

Als ich im April 2017 die IT-Abteilung der Hochschule quasi übernommen habe, durfte ich diese Freiheit noch in ganz anderer Weise erfahren: In der Offenheit für meine Ideen, wie sich die ‚technische Seite‘ dieser Institution sicherer, zuverlässiger und mehr nach den Bedürfnissen der Mitarbeiter*innen gestalten ließe. Viele Organisationen sind abhängig von großen Software-Unternehmen. Wir konnten so etwas in einem frühen Stadium verhindern und setzen im Server-Bereich hauptsächlich Freie Software ein. So etwa auch beim Versand dieses Newsletters.

Was genau sind deine Arbeitsbereiche?

Sonst kümmere ich mich hier vor Ort um alles, was Strom braucht, außer Kaffee, Kühlschrank und Microsoft Office. Um Windows bin ich leider nicht herumgekommen, auch wenn ich privat nur GNU/Linux-Systeme einsetze. Und ich kümmere mich um die IT-Infrastruktur der Studierendenschaft. Wir Studierende sind ja über halb Europa verstreut, da hilft uns das ein oder andere Online-Werkzeug bei der Ordnung und Kommunikation.

Fabian, hab vielen Dank für das Interview und für dein Engagement an der Hochschule!


Berichte aus den Instituten

Institut für Philosophie

Offener Hörsaal – „Jeder Mensch ein Philosoph?“

„Jeder Mensch ein Philosoph?“ Mit dieser klingenden Frage lud Anfang Juni das Institut für Philosophie zum zweiten Offenen Hörsaal der Cusanus Hochschule in die Güterhalle ein. Gestaltet wurde der Abend von drei Studierenden des Bachelorstudienganges Philosophie. Sie hatten in ihrer Beschäftigung mit dem Technikphilosophen Günter Anders im Rahmen ihres Lehrprojekts unter dem Titel „Warum Philosophie heute?“ drei Thesen entwickelt, die dem Abend ihren Rahmen gaben. Prof. Dr. Harald Schwaetzer war dazu eingeladen, erste Ideen zu den drei Thesen zu formulieren. Anschließend war das Publikum aufgefordert, in Gesprächsgruppen diese Thesen zu diskutieren. Die regen Diskussionen zwischen Studierenden und den Gästen des Abends und die Tiefe in der folgenden Fragerunde zeigten einmal mehr, wie Philosophie jede*n betrifft und in der Selbstbetätigung begeistern kann.

Bild: Teilnehmende des Offenen Hörsaals

200 Jahre Karl Marx: Tagung und Workshop

Auch die Cusanus Hochschule nimmt sich des zweiten berühmten Philosophen der Region an: Zu seinem 200. Geburtstag veranstaltete sie eine internationale Karl-Marx-Tagung unter dem Titel "Der junge Marx: Philosophische Konzeptionen – lyrische Rezeptionen" vom 13.–16. September 2018 im Karl-Marx-Haus Trier – gemeinsam mit der DFG-Kolleg-Forschungsgruppe FOR 2603 "Russischsprachige Lyrik in Transition", der Universität Trier, dem Karl-Marx-Haus Trier, dem Institut für Philosophie der Universität Freiburg, der Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte und dem Moselmusikfestival e.V.

Die Hauptorganisation lag in den Händen von Prof. Harald Schwaetzer und Prof. Henrieke Stahl. Ökonomen, Philosophen, Literaturwissenschaftler verschiedener Länder (vor allem aus Russland, Japan und China) sowie Komparatisten befragten vor allem das frühe Denken von Karl Marx und seine Rezeption in der aktuellen Lyrik weltweit. In einer Podiumsdiskussion erörterten – moderiert von Harald Schwaetzer – Prof. Lore Hühn, Freiburg, Prof. André Bleicher, Rektor der Hochschule Biberach, und Prof. Stephan Panther, Vizepräsident der Cusanus Hochschule, Aktualität, Möglichkeiten und Grenzen der Marxschen Philosophie für die Gegenwart. Außerdem gab es einen Workshop für Doktoranden und Master-Studierende der Philosophie, in dem unter Leitung von Prof. Lore Hühn zentrale Texte gelesen und diskutiert wurden.

Im Rahmen der Tagung wurde eine dauerhafte Kooperationsvereinbarung zwischen dem Karl-Marx-Haus und der Cusanus Hochschule vereinbart, die von der Leiterin des Hauses, Elisabeth Neu, und von Stephan Panther unterzeichnet wurde. Abrundender Kulturhöhepunkt war ein auf das Programm der Tagung abgestimmtes Konzert im Theater Trier im Rahmen des Mosel Musikfestivals.

Lebendig Denken lernen

Was macht eigentlich ein Philosophie- oder Ökonomiestudium an der Cusanus Hochschule aus? Mit Fokus auf (Selbst-)Erkenntnis- und Denkerfahrungen gehen Nadja Görz, Lydia Fechner und Harald Schwaetzer dieser Frage in einem Beitrag für die Zeitschrift ErziehungsKUNST nach, den man hier nachlesen kann: Wie man lebendig denken lernt.

Institut für Ökonomie

Uni auf dem Acker: Bachelorstudierende auf dem Campus Rothenklempenow

Im Rahmen eines Pilotprojekts transdisziplinärer Bildung machten Studierende der beiden Bachelorstudiengänge Ökonomie und Philosophie, in Begleitung von Professor Stephan Panther sowie den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Theresa Steffestun und Johanna Hopp das Hofgut Rothenklempenow zum Seminarort. Vom 9.-15. Juli war die Gruppe im Rahmen des Bachelorseminars „Kontexte wirtschaftlichen Handelns“ in Rothenklempenow in Mecklenburg-Vorpommern zu Gast, um sich mit der Frage auseinanderzusetzen, welchen Unterschied es macht, wenn Wirtschaft(en) nicht nur eine abstrakte Vorstellung bleibt, sondern konkret in einem regionalen, historischen und kulturellen Kontext, wie etwa des geschichtsträchtigen Hofes und Ortes Rothenklempenow verstanden und erfahrbar wird. Begleitet wurden das Projekt und die Gruppe vor Ort von Tobias Keye, Alumnus des Pionierjahrgangs des Masters Ökonomie sowie Mitinitiator des Campus Rothenklempenow und der dort angesiedelten BioBoden Genossenschaft.

In methodischer und inhaltlicher Vielfalt wurden gemeinsam Fragen zu Kontexten wie Sozialität, Geschichte, Kultur oder auch Natur erörtert. Die Seminareinheiten zu Genossenschaftsrecht, Ökonomisierung von Natur sowie philosophische Reflexionen unterschiedlicher Natur- und Wirtschaftsverständnisse wurden mit praktischen Erfahrungen vor Ort ergänzt. Das Seminar hat gezeigt, dass durch einen intellektuellen wie tatkräftigen Dialog von Theorie und Praxis, von Ökonomie und Philosophie, von Studierenden, Unternehmer*innen, Landwirt*innen und Professor*innen ein vertieftes Verständnis von Wirtschaft und seinen Kontexten gefördert wird. So wurde der Acker in Rothenklempenow im wahrsten Sinne des Wortes zum Boden von Bildung.

Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier. Die Berichterstattung über das Seminar in den lokalen Medien finden Sie hier.

Bild: Seminar in Rothenklempenow

Veröffentlichung zum Forschungsprojekt „Wie denken zukünftige ÖkonomInnen“

Im International Journal of Social Economics erscheint demnächst ein Paper mit Ergebnissen aus dem Forschungsprojekt „Wie denken zukünftige ÖkonomInnen“ von Lukas Bäuerle und Dr. Stephan Pühringer mit dem Titel „What economics education is missing: the real world“. Die Studie der Mitarbeiter des Instituts für Ökonomie zeigt, dass Ökonomiestudierende ihr Studium meist mit epistemischer, praktischer oder moralisch-politischer Motivation beginnen, um sich real-weltlichen Problemen zuzuwenden, aber nach dem Absolvieren der mathematischen und methodenorientierten Einführungskurse darin enttäuscht werden und infolgedessen jeweils spezifische Strategien entwickeln, um mit dieser kognitiven Dissonanz umzugehen. Entsprechend wichtig sei es, so die Konklusion, die Kritik der Studierenden an der Lehre ernst zu nehmen und B.A.-Programme angemessen zu reformieren. Hier geht es zum Paper.

Artikel zum wirtschaftspolitischen Krisendiskurs erschienen

Dr. Stephan Pühringers Artikel „The eternal character of austerity measures in European crisis policies“ ist soeben in einem Special Volume mit dem Titel „Discourse Analysis and Austerity. Critical Studies from Economics and Linguistics“ im Routledge Verlag erschienen. In diesem Sammelband, der von Kate Power, Tanweer Ali und Eva Lebduskova herausgegeben wurde, setzen sich Linguist*innen und Ökonom*innen interdisziplinär mit der Frage auseinander, auf welche Weise sich im öffentlichen wirtschaftspolitischen Krisendiskurs der Fokus von der Finanz- und Wirtschaftskrise auf Staatsschulden verschoben hat, Austerität somit zum dominanten Krisennarrativ wurde und welche Umdeutungen von Ursachen und Konsequenzen der Krise damit einhergehen. Damit schließt sich diese Untersuchung eng an die Themen in der Ökonomie der Cusanus Hochschule an. Der Artikel von Dr. Pühringer ist in einer Vorversion auch in der Cusanus Working Paper Series des Instituts für Ökonomie erschienen.

Konferenz „Wie schützt der Mensch sich vor sich selbst?“

Ende Juni lud die Stiftung kulturelle Erneuerung rund 200 Menschen aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu einem grenzüberschreitenden Gedankenaustausch zwischen Wissenschaft, Kunst und Religion nach Berlin ein. Im Rahmen der Konferenz „Wie schützt der Mensch sich vor sich selbst?“ wurden auf und abseits der Podien verschiedene Sichtweisen auf existentielle Probleme unserer Zeit erörtert. Auf dem Wissenschafts-Podium diskutierte Prof. Dr. Silja Graupe von der Cusanus Hochschule mit Prof. Dr. Uwe Schneidewind, dem Präsidenten des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie sowie Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Physiker und ehemaliger Präsident der Humboldt Universität sowie der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Prof. Graupe hob dabei die dringende Notwendigkeit einer neuen, reflektierten ökonomischen Hochschulbildung hervor. Ebenso berichtete sie aus ihrer Praxis an der Cusanus Hochschule, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihrer eigenen Verantwortung für die Freiheit von Forschung und Lehre durch Eigeninitiative gerecht werden können. Einig war man sich auf dem Podium, dass es umfassender Reformen des Wissenschaftsbetriebs bedarf, damit die Wissenschaften zur Bewältigung der Herausforderungen unserer Zeit beitragen können. Die großen Übereinstimmungen zwischen den geladenen Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaftler*innen seien Rückenwind für den gesellschaftlichen Bildungsauftrag der Cusanus Hochschule, so Prof. Dr. Graupe. Ein Video ihres Beitrags findet sich hier.

Bild: Prof. Graupe bei der Stiftung Kulturelle Erneuerung

Studentischer Beitrag zu zukunftsfähigen sozialen Sicherungssystemen auf der Degrowth Konferenz in Malmö

Ist die Rente sicher? Wie kann sie es werden? Und bitte ohne unliebsame gesellschaftliche Nebenwirkungen! – Seit über drei Jahren beschäftigt sich Sarah Mewes bereits mit Fragen der Altersvorsorge und sozialer Sicherungssysteme. Während ihres Masterstudiums hat sie dafür eng mit den Hannoverschen Kassen – einer betrieblichen Rentenversicherung mit strengen ökologischen und sozialen Anlagenkriterien – zusammengearbeitet. Entstanden ist dabei ein Grundrentenmodell als Alternative zur kapitalgedeckten Altersvorsorge, welches kurz vor der Umsetzung steht. Auf der Degrowth Konferenz Ende August 2018 in Malmö, eine der wichtigsten Konferenzen für nachhaltiges und ökologisches Wirtschaften, konnte Sarah Mewes erste Ergebnisse ihrer Master-Arbeit vorstellen. In dieser beschäftigt sie sich mit der Frage, wie sich soziale Sicherungssysteme in einer Gesellschaft ohne Wirtschaftswachstum gestalten lassen. Um soziale Sicherung wachstumsunabhängig zu gestalten, braucht es Frau Mewes zufolge eine Neuformulierung der zentralen Prinzipien Erwerbsarbeit und Versicherungen, auf welchen diese beruht. Auch nach dem Master-Abschluss an der Cusanus Hochschule ist der Weg für Sarah Mewes schon klar: Im Rahmen des neugegründeten Instituts für zukunftsfähige Ökonomien (ZOE) möchte sie weiterhin Fragen zukunftsfähiger sozialer Sicherungssysteme nachgehen und die Umsetzung des Grundrentenmodells vorantreiben.


Pressespiegel Sommer 2018 (Auswahl)

Weitere Berichte finden Sie auf unserer Website.


Neuerscheinungen 2018

Institut für Philosophie

  • Schwaetzer, Harald, und Brigitte Hilmer (Hrsg.). „Idee und Wesen der Universität. Der Universitätsgedanke I.P.V. Troxlers in seinem historischen Kontext und seiner Bedeutung für die Gegenwart“. In: Coincidentia. Zeitschrift für Europäische Geistesgeschichte, Beiheft 6 (2018).
  • Borsche, Tilman. „Was tut Gott, wenn er schafft? Begriffsgeschichtliche Bemerkungen zu Cusanus, Dialogus de genesi“. In: Müller, Jörn, und Christian Rode (Hrsg.): Freiheit und Geschichte. Festschrift für Theo Kobusch zum 70. Geburtstag, 175–194. Münster: Aschendorff Verlag, 2018.
  • Borsche, Tilman. „Sprache als ‚bildendes Organ‘ und als ‚Verführung‘ des Denkens. Humboldt, Nietzsche und sprachlich vermittelte Erkenntnis“. In: Der Deutschunterricht 2/2018, 26-33.
  • Borsche, Tilman, und Teruaki Takahashi (Hrsg.). Bildung nach Humboldt. Erfolg, Krise und Zukunft einer Idee in Ungarn, Finnland und Japan. CONTRASTE – Studien zur japanisch-deutschen Kulturkomparatistik, Bd. 2. Freiburg/München: Karl Alber, 2018.

Institut für Ökonomie

Monographien

Am 1. August erschien Walter Lippmann: Die öffentliche Meinung. Wie sie entsteht und manipuliert wird., herausgegeben und mit einem Vorwort versehen von Walter O. Ötsch und Silja Graupe. Lippmanns Werk Public Opinion erschien in Amerika erstmals 1922 und gilt dort bis heute als Grundlagentext der Medien- und Politikwissenschaften sowie der Sozialpsychologie. Auch spielt es eine entscheidende Rolle bei der Begründung des Neoliberalismus. In Deutschland bisher kaum bekannt, ist es nun in einer neuen deutschen Übersetzung erschienen. Weitere Infos und Leseproben hier.

Zeitschriftenbeiträge

Sammelbände oder Sammelbandbeiträge

Werfen Sie außerdem einen Blick auf unsere Working Paper Series.


Termine

„Von Notwendigkeiten zu Strategien, von Zwängen zu Präferenzen. Habitustransformation unter VWL-Studierenden“

Datum: 18. Oktober 2018

Ort: Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln

Vortrag von Lukas Bäuerle (M.A.) im Rahmen des DFG-Forschungsnetzwerkes ‚Soziologie ökonomischen Denkens‚ am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln. Weitere Informationen in Kürze hier.

Berliner Religionsgespräche zum Thema ‚Geld‘

Datum: 23. Oktober 2018, 18:00–22:00 Uhr

Ort: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Die von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften veranstalteten Berliner Religionsgespräche finden dieses Jahr unter Beteiligung von Prof. Dr. Silja Graupe statt. Gemeinsam mit weiteren Podiumsgästen wird Prof. Graupe das Thema ‚Geld. Kirchen zwischen Verzicht und Reichtum‘ diskutieren. Anmeldung bis zum 16. Oktober hier (Eintritt frei). Weitere Informationen hier.

Workshop zur Existenzphilosophie Heinrich Barths

Datum: 2.–4. November 2018

Ort: Cusanus Hochschule

Workshop zum Thema: „Freiheit der Entscheidung. Die Augustinus-Rezeption in der Existenzphilosophie Heinrich Barths“, veranstaltet von der Heinrich-Barth-Gesellschaft in Kooperation mit der Cusanus Hochschule und der Kueser Akademie für europäische Geistesgeschichte. Weitere Infos finden Sie hier. Anmeldungen bei Karina Baden.

Wirtschaftswissenschaften und sozial-ökologische Transformation?

Datum: 15. November 2018, 18:00–20:00 Uhr

Ort: Hochschule Trier

Vortrag von Florian Rommel zum Thema „Wirtschaftswissenschaften und sozial-ökologische Transformation?“ im Rahmen der Ringvorlesung: „Die nachhaltige Gesellschaft. Eine Utopie?“

Bildlichkeit und ihr Verlust in der Geschichte der Ökonomie

Datum: 23.–24. November 2018

Ort: Universität Witten-Herdecke

Vortrag von Prof. Dr. Walter Ötsch zusammen mit Prof. Dr. Silja Graupe zum Thema „Bildlichkeit und ihr Verlust in der Geschichte der Ökonomie“ (Arbeitstitel) im Rahmen der Jahrestagung der AG Wirtschaftsphilosophie und Ethik zum Thema Ökonomische Rationalität zwischen Ideal und Illusion.

Economics and Power: The paradox of having it and not talking about it (or almost not)

Datum: 6–7. Dezember 2018

Ort: Universität Gießen

Vortrag von Prof. Dr. Stephan Panther und Lukas Bäuerle (M.A.) im Rahmen des Workshops „Forms of Power in Economics“, den das ICAE Linz zusammen mit dem Gießener Graduiertenzentrum Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (GGS) ausrichtet. Weitere Informationen finden Sie in Kürze hier.