Newsletter Winter 2018

Frohes Fest und ein Gutes Neues Jahr!

© Masi Daberto

Auch wenn in Zeiten des Klimawandels die klassischen "wunderweißen Nächte", wie sie noch Rainer Maria Rilke (1875 – 1926) beschrieb, weniger werden, so klingen seine Zeilen dennoch aktuell:

Weit wie mit dichtem Demantstaube / bestreut, erscheinen Flur und Flut / und in die Herzen, traumgemut / steigt ein kapellenloser Glaube / der leise seine Wunder tut.

Leise seine Wunder tun – ist das nun angeraten, da es keine lauten Antworten mehr auf zukünftige Herausforderungen gibt?
Wir wünschen allen Freund_innen und Förder_innen der Cusanus Hochschule frohe Festtage und ein neues Jahr, das Neues leise wachsen lässt und Perspektiven weitet.

Herzliche Grüße
Die Newsletter Redaktion

 

Inhalt

Neues aus der Hochschule
Getränke-Kollektiv premium zu Gast an der Cusanus Hochschule
Cusanus Hochschule zu Gast in Hildesheim
Bibliotheks-Kooperative gegründet
Studieninfo- und Orientierungstage 2019

Neues aus der Studierendenschaft
Marx-Exkursion
Film- und Diskussionsabend zum Grundeinkommen
Netzwerk Plurale Ökonomik: Neue Ortsgruppe

Interview

Berichte aus den Instituten

Institut für Philosophie
Heinrich Barth-Workshop
Immanuel-Kant-Workshop

Internationale Tagung zu Meister Eckhart
"Zukunft gestalten" auf der APHIN-Tagung 2018
Ankündigung: "Natur in der Lyrik und Philosophie des Anthropozäns"

Institut für Ökonomie
Vortrag von Bolko von Oetinger
Dritter Offener Hörsaal
Studierendenstimmen zu Grundeinkommen und Wachstumskritik

Neuerscheinungen
Institut für Philosophie
Institut für Ökonomie

Termine

Neues aus der Hochschule

Die (Wirtschafts-)Welt besser machen? Getränke-Kollektiv premium zu Gast an der Cusanus Hochschule

Am Freitag den 19.10. besuchte Gregor May im Rahmen des studiengangsübergreifenden Bachelormoduls „Reflexion eigenen Engagements II“ die Cusanus Hochschule. May ist beim Getränkekollektiv premium aktiv, welches als Unternehmen versucht, die Aspekte Ökologie, Ökonomie und Soziales in seinem „Betriebssystem“, also der Unternehmensorganisation, so aufzugreifen, dass es zum Wohl der Gesellschaft beiträgt.

Gemeinsam mit Gregor May gingen die Studierenden der Bachelorstudiengänge Philosophie und Ökonomie in einen Austausch über die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, unternehmerisch tätig zu sein und dabei gleichzeitig Moral und Wirtschaft funktionierend zusammenspielen zu lassen. Das Getränkekollektiv hat auf diesem Gebiet einiges an Erfahrungen und Ideen gesammelt und direkt umgesetzt: Keine Erwirtschaftung von Gewinnen, keine Werbung, Entscheidungsprozesse in Konsensdemokratie und Anti-Mengenrabatt sind Schlagworte, die erahnen lassen, wie premium versucht, Wirtschaft und Unternehmer_innentum im (und manchmal auch außerhalb) des Rahmens des Möglichen zu gestalten und die Grenzen einer kapitalistischen Produktions- und Konsumptionsweise auszutesten.

Cusanus Hochschule zu Gast beim Hildesheimer Projekt „Lernen eine Welt zu sein“

Wie agiert man konkret und regional im Sinne von Nachhaltigkeit und Umweltschutz? Wie wirken wir dem Klimawandel vor unserer eigenen Haustür entgegen? Auf diese drängenden Fragen möchte das auf drei Jahre angelegte Projekt „Lernen eine Welt zu sein“ des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt Antworten finden. Hier war die Cusanus Hochschule am 5. Dezember neben zahlreichen regionalen und überregionalen Akteuren nachhaltigen Wirtschaftens zu Gast bei der Auftaktveranstaltung des Projekts, dem „Marktplatz, öko, fair und mehr“. In seinem Eröffnungsvortrag „Wir sind dran!“ appellierte der Natur­wissenschaftler und Politiker Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker – im Frühjahr 2018 Gastredner beim Neujahrsempfang der Cusanus Hochschule – in der Kirche der Hildesheimer Nordstadt eindrücklich an die Besucher: „Die heutigen Trends sind nicht nachhaltig. Was heute politisch durchsetzbar ist, hilft der Natur wenig. Eine neue Aufklärung mit viel Balance und wenig Dogmatismus wird benötigt. Die Bildung sollte sich an diesem Ziel ausrichten.“ Entsprechend stieß der Infostand der Cusanus Hochschule, den die Studentin Sophie Asam und Mitarbeiterin Julia Fuchte betreuten, auf reges Interesse – bietet die Hochschule für eine eben solche Aufklärung und deren Diskussion doch einzigartige Räume!

Bibliotheks-Kooperative

Um regelmäßige Öffnungs- und Ausleihzeiten zu gewährleisten und gemeinsames Studieren in guter Atmosphäre zu ermöglichen, wird die neu eingerichtete Bibliothek der Cusanus Hochschule seit November gemeinschaftlich verwaltet durch das Team „Kooperative Bibliothek“, bestehend aus einem Kreis Studierender sowie der Mitarbeiterin Julia Fuchte. Die Bibliothek ist in erster Linie Präsenzbibliothek, insbesondere auch für die Studierenden aus der Region. Auch kopieren und scannen sind mittlerweile möglich, ebenso wie eine Ausleihe der Medien für die Dauer einer Woche.

Herzliche Einladung zu den Studieninfo- und Orientierungstagen im neuen Jahr

Auch im neuen Jahr können Bachelor- und Master-Studieninteressierte bei mehreren Gelegenheiten das Studienleben an der Cusanus Hochschule besser kennen lernen. Dabei hospitieren Sie einen Tag lang an einem Blockseminar Ihrer Wahl, treffen potenzielle Mitstudierende und können sich persönlich mit Lehrenden und Studierenden unterhalten. Am Vorabend erfahren Sie mehr über die Cusanus Studierendengemeinschaft e.V. und deren Selbstorganisation. Eine Übernachtung im selbstverwalteten Studierendenhaus auf dem Burgberg ist möglich. Nutzen Sie auch die persönlichen Beratungsangebote der Orientierungstage. Aktuelle Informationen finden Sie auf unserer Website. Die Termine für 2019:

8. Januar (MA)
5. Februar (BA)
1. – 3. März (Orientierungstage)
30. April (BA)
14. Mai (MA)
13. – 16. Juni (Orientierungstage)
25. Juni (MA)
5. Juli (BA)


Das selbstverwaltete Studierendenhaus
CC BY-NC-ND 4.0 by Cusanus Hochschule

Neues aus der Studierendenschaft

Marx-Exkursion: Stipendiat_innen zu Besuch in Bernkastel-Kues

Wie wird Karl Marx in seiner Heimatstadt Trier anlässlich seines 200. Geburtsjahres dargestellt und diskutiert? Mit dieser und weiteren Fragen beschäftigten sich 25 Stipendiat_innen der Studienstiftung des deutschen Volkes, der Heinrich-Böll-Stiftung und Studierende der Cusanus Hochschule während einer Exkursion, die sie am 20. und 21. Oktober 2018 nach Bernkastel-Kues und Trier führte. Organisiert wurde die Veranstaltung von Studierenden der Cusanus Hochschule, die mit ihrem Engagement einen Beitrag zur differenzierten Auseinandersetzung mit dem historischen Marx und seiner Aktualität leisten wollten. Den Auftakt bildete ein Vortrag des Historikers Dr. Jürgen Herres, Mitherausgeber der Marx-Engels-Gesamtausgabe, mit dem anschließend über 40 Interessierte im Haus der Cusanus Studierendengemeinschaft über die „Lesarten von Marx“ und die heutige Marx-Forschung und -Rezeption diskutierten. Höhepunkt war der Besuch der Ausstellung „Karl Marx. LEBEN. WERK. ZEIT“ im Rheinischen Landesmuseum in Trier. Lesen Sie hier mehr.

Marx Exkursion
Teilnehmer_innen vor dem Karl-Marx-Haus
© Marc Helmer

Film- und Diskussionsabend zum Grundeinkommen

Am 10. Oktober lud die Cusanus Studierendengemeinschaft zu einem öffentlichen Film- und Diskussionsabend zum Thema "Bedingungsloses Grundeinkommen" ins Studierendenhaus ein. Gezeigt wurde der Dokumentarfilm "Free Lunch Society" (2017) von Christian Tod, der prominente Vertreter_innen der Idee des Grundeinkommens zu Wort kommen lässt und die Geschichte der Idee anhand historischen Bildmaterials rekonstruiert. Seine klare Botschaft: Es ist finanzierbar und kann funktionieren. Ein Fokus des Abends lag auf dem Begriff "Bedingungslosigkeit". Dies kann keinesfalls so etwas wie "beziehungslos" meinen, sondern sollte immer eingebettet in ein Netz sozialen Austausches sein, sodass niemand allein mit seinem "Grundeinkommen" bleibt.

Auch die Studierendengemeinschaft vergibt "bedingungslose" Stipendien, die Studierende allein aufgrund ihres Bedarfs beantragen können. Zukünftig sollen auch die Beziehungen zu den Schenker_innen in den Fokus rücken: Was würden sich etwa Bürger_innen, die das Stipendienmodell unterstützen, von den Studierenden an Austausch wünschen, ohne Forderungen an konkrete Studienleistungen zu stellen? Eine Frage, die den anwesenden Bürger_innen wichtig erschien, war die, wie sich Studierende nach dem Studium gesellschaftlich orientieren: Wo und was arbeiten sie, führt die Bildung an der Hochschule in eine sinnvolle Beschäftigung? Entstehen gar neue Arbeitsfelder, die jetzt noch nicht abzusehen sind? Wie könnte gemeinsame sozial-ökologische Regionalentwicklung aussehen?

Netzwerk Plurale Ökonomik: Neue Ortsgruppe in Bernkastel-Kues

Laura Porak und Max Wilken (beide MA Ökonomie) sind am 3. November 2018 in den Vorstand des bundesweiten Netzwerks Plurale Ökonomik e.V. gewählt worden. Zudem hat sich eine neue Ortsgruppe des Netzwerks in Bernkastel gegründet. Das Netzwerk Plurale Ökonomik ist ein in Deutschland, Österreich und Schweiz aktiver Dachverband, welcher der einseitigen Forschung und Lehre in der Wirtschaftswissenschaft kritisch gegenüber steht und mehr Reflexion, Selbstkritik und Offenheit in der Volkswirtschaftslehre und anderen Gesellschaftswissenschaften fördern und einfordern möchte.

Interview

Diesmal gibt uns Johanna Hopp (M.Sc.) einen Einblick in ihre Perspektive als Mitarbeiterin der Hochschule.

Wie und woher sind Sie an die Cusanus Hochschule gekommen?

Mein Weg führte mich über viele Schleifen zur Cusanus Hochschule. Die letzte Schleife war die Universität in Oxford, wo ich den Master Nature, Society and Environmental Governance studierte. Dieser Studiengang war so etwas wie ein intellektuelles Aufwachen für mich – sowohl im Hinblick auf die Verwobenheiten von Wirtschaftsformen und globalen Mensch-Umwelt-Macht-Verhältnissen, als auch im Hinblick auf die notwendige Reflexion der Mechanismen zur Herstellung und Legitimation von Wissen. Es bewegte mich die Frage, wie denn eigentlich eine Ökonomie aussehen kann, die Machtstrukturen, globale Ungerechtigkeiten und Ausbeutung von Mensch und Mitwelt konkret in den Blick nimmt, um sie zu bearbeiten und zu einem Guten Leben beizutragen. Auf einer Konferenz in Edinburgh im Oktober 2017 traf ich dann junge Menschen aus dem Umfeld der Cusanus Hochschule und habe mich mit meinen inhaltlichen Fragen und persönlichen Motivationen ganz schnell zu Hause gefühlt. So bin ich auf die Hochschule aufmerksam geworden und habe mich auf eine wissenschaftliche Mitarbeit bei Herrn Prof. Dr. Panther in der Ökonomie beworben, der ich seit Mai 2018 freudig nachgehe.

Was ist für Sie das Besondere an der Cusanus Hochschule?

Ich glaube, der wichtigste Punkt sind für mich die Menschen, die diese Institution ausmachen. Was genau uns alle vereint? Vielleicht ist es die Überzeugung, dass eine andere Welt möglich ist und wir schleunigst und dennoch bedacht an Richtung und Beschaffenheit des Wegs dorthin mitwirken sollten. Was ich außerdem als sehr besonders und befreiend wahrnehme, ist, dass Sätze wie „Das wurde schon immer so gemacht“ und „An anderen Unis funktioniert das aber auch so“ nicht automatisch als Legitimationsgrundlage für eine bestimmte Idee, Entscheidung oder Laufrichtung gelten – es kann stets hinterfragt, neu gedacht und im schönsten Fall sogar besser gestaltet werden. Das ist sehr erfrischend!

Was genau sind Ihre Arbeitsbereiche?

Am Institut für Ökonomie betreue ich die Bachelorstudierenden im Fach Ökonomie. Dazu zählen das Bewerbungsverfahren, die inhaltliche und organisatorische Ausgestaltung der Lehre oder auch die strategische Weiterentwicklung des Studiengangs. Außerdem bereite ich gerade meine Promotion vor, mit der ich eine kritische und menschliche Wirtschaftswissenschaft voranbringen möchte, die sich um Geschlechtergerechtigkeit und eine sozial-ökologische Transformation bemüht. Es gibt aber noch weitere Arbeitsbereiche, die vielleicht nicht formal in meinem Arbeitsprofil an der Hochschule abgebildet, aber in meinen Augen dennoch essentiell für ein Gelingen der dortigen Arbeit sind. Dazu zählt für mich, stets das offene Gespräch mit Menschen vor Ort zu suchen, dadurch für die Hochschule zu inspirieren, und durch einen offenen Blick und offene Ohren sowie Sorge für meine Mitmenschen an der Cusanus Hochschule und im Ort zu einem guten Miteinander beizutragen.

Liebe Frau Hopp, wir danken Ihnen für dieses Interview!

Johanna Hopp
Johanna Hopp
© Johanna Hopp

Berichte aus den Instituten

Institut für Philosophie

Heinrich Barth-Workshop

Nachdem es bereits im Jahr 2016 eine Tagung zum Koexistenzbegriff und 2017 einen Workshop zum Unbewussten beim Existenzphilosophen Heinrich Barth gab, wurde diese 'Tradition' an der Hochschule nun fortgesetzt. Der Workshop am 2.-4. November 2018 mit dem Titel "Freiheit der Entscheidung. Die Augustinus-Rezeption in der Existenzphilosophie Heinrich Barths" befasste sich mit seinem 1935 publizierten Buch "Die Freiheit der Entscheidung im Denken Augustins". Barth greift hier die Frage nach der Möglichkeit menschlicher Freiheit aus der augustinischen ebenso wie der kantischen Denklinie auf und führt sie in einer originellen Synthese zusammen. Dies ist einer der ersten Schritte auf dem Weg zu seiner später entwickelten Existenzphilosophie.

Vorträge hierzu gaben Christian Graf (Vorsitzender der Heinrich Barth Gesellschaft), Prof. Harald Schwaetzer (Cusanus Hochschule), Prof. Armin Wildermuth (Emer. Universität St. Gallen) und Dr. habil. Kirstin Zeyer (Cusanus Hochschule). Durch die Textarbeit führten – mit einleitenden Impulsreferaten – Johanna Hueck (Universität Freiburg), Helene Schaefermeyer (Studierende im BA Philosophie an der Universität Jena), Theresa Steffestun (Cusanus Hochschule) und Fabian Warislohner (Studierender im MA Philosophie an der Cusanus Hochschule).

Der Wechsel von Vorträgen, Diskussionen und Textarbeit ermöglichte einen lebendigen Austausch zwischen allen Teilnehmenden. Darüber hinaus wurde in einem kleinen Festakt eine Forschungsgruppe zur Philosophie der Existenz gegründet, die an der Kueser Akademie angesiedelt sein wird und deren Geschäftsleitung Dr. habil. Kirstin Zeyer übernimmt. Eine Fortsetzung der Veranstaltungsreihe zu Barth ist im November 2019 in Oldenburg geplant, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Philosophie der Uni Oldenburg, dem Jaspers-Haus und dem Hannah Arendt-Zentrum.

Barth Forschungsgruppe
Forschungsgruppe zur Philosophie der Existenz
CC BY-NC-ND 4.0 by Robert Kasperan

Workshop: Die Rezeption der Philosophie Immanuel Kants um 1900

Am 26. Oktober 2018 fand ein öffentlicher und gut besuchter Kant-Workshop zur Rezeption der Philosophie Immanuel Kants um 1900 am Interdisziplinären Zentrum für Pietismusforschung in Halle statt. Hier referierte unter anderem Dr. habil. Kirstin Zeyer, Lehrbeauftragte an der Cusanus Hochschule, über Cassirers Kantrezeption. Eines der wichtigsten Ergebnisse des Workshops ist die Einsicht, dass die so unterschiedliche Geschichte der Rezeption Kants zugleich seine Wirkungsgeschichte bildet: Die Rezeptionsgeschichte ‚ist‘ die Wirkungsgeschichte. Hier finden Sie den Flyer zur Tagung.

Internationale Tagung zu Meister Eckhart

Vom 20.-21. November fand in an der Université des Lorraine in Metz eine Internationale Meister Eckhart Tagung statt. Das Thema war "Die patristischen Quellen des Kommentars von Meister Eckhart zum Johannes-Evangelium" (Les sources patristiques du commentaire Eckhartien des l’évangile de Jean). Die Tagung wurde veranstaltet von Marie-Anne Vannier (Metz) und Markus Vinzent (Erfurt) im Rahmen des DFG-ANR-Projekts, an dem auf deutscher Seite auch die Cusanus Hochschule Projektpartner ist. Auf der Tagung ging es um die Frage, wie Meister Eckhart die Kirchenväter, vor allem Origenes und Augustinus, rezipiert und integriert. Neben Prof. Dr. Harald Schwaetzer sprachen u.a. Prof. Dr. Dietmar Mieth (Erfurt), Prof. Dr. Theo Kobusch (Bonn) und Prof. Dr. Dr. Markus Enders (Freiburg).

"Zukunft gestalten" auf der APHIN-Tagung 2018

Wie stellen wir uns technischen und sozialen Fragen der Zukunft, wie bleiben wir gestaltungsfähig? Was bedeutet Posthumanismus und was Offener Skeptizismus und was hat Epikur mit Nachhaltigkeit zu tun? Diesen und mehr Themen widmete sich die dritte Tagung des Arbeitskreises philosophierender Ingenieure und Naturwissenschaftler in Enkirch (Mosel). Als Vertreterin der Cusanus Hochschule referierte Julia Fuchte M.A., Alumna und APHIN Studierendenpreisträgerin 2016, zum Thema "Utopien als Beitrag zu einer transformativen Bildung und Wissenschaft" und gab dabei einen Einblick in ihre literarische Arbeit. Die Tagungen des Vereins sowie seine Arbeitskreise bieten ein lebendiges Forum zwischen Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften, Jung und Alt sowie Theorie und Praxis. Neue, auch studentische Mitglieder aller Disziplinen sind herzlich willkommen! Nähere Infos gibt es hier.

Ankündigung: "Natur in der Lyrik und Philosophie des Anthropozäns"

Am 25.-30. März 2019 findet eine Tagung zum Thema "Natur in der Lyrik und Philosophie des Anthropozäns" an der Universität Trier statt im Rahmen der DFG-Kolleg-Forschungsgruppe in Zusammenarbeit mit dem Institut für Philosophie der Cusanus Hochschule (Prof. Dr. Harald Schwaetzer) und der Universität Kobe (Prof. Dr. Hiroko Masumoto, Fellow am Kolleg).

Die Konferenz wird am 25. März um 18 Uhr im Rokokosaal des Kurfürstlichen Palais Trier festlich mit einer Rede von Ernst Ulrich von Weizsäcker sowie Lyrik und Musik eröffnet. Ein einführender Tag und ein zweitägiger Workshop als Teil der Tagung bezieht Studierende der Cusanus Hochschule in die wissenschaftliche Tagung reflektierend und praktisch mit ein.

Institut für Ökonomie

Vortrag von Bolko von Oetinger: „Clausewitz: Strategie unter Ungewissheit“

Am 10. Oktober 2018 hatte das Institut für Ökonomie gemeinsam mit Herr und Frau Gänz (Atlantic C GmbH) den Politikwissenschaftler und Unternehmensberater Bolko von Oetinger eingeladen. Im Konferenzraum der Villa Veltin in Bernkastel-Kues referierte er zum Thema "Clausewitz: Strategie unter Ungewissheit". Von Oetinger leitete von 1991-1992 die Boston Consulting Group (BCG) in Deutschland und ist Mitbegründer des Strategieinstituts der BCG.

In seinem Vortrag erläuterte er Aspekte der Clauswitz‘schen Strategie, die in unserer heutigen, von großer Ungewissheit geprägten Zeit durch das Aufbrechen eingefahrener Denkmuster neue Handlungsspielräume für Unternehmen eröffnen und so deren Wettbewerbsfähigkeit sichern kann. Dabei komme es, so von Oetinger, vor allem auf Persönlichkeiten an, die aufgrund einer umfassenden Bildung die Weitsicht, Menschlichkeit und Verantwortungsbereitschaft besitzen, um Unternehmen zum Erfolg zu führen.

In der anschließenden Diskussion wurde u.a. deutlich, dass andererseits auch in der Rechtsprechung neue Denkansätze nötig sind, um den Handlungsspielraum für die Regulierung von neuen Wirtschaftsgiganten wie Amazon und Google zu erweitern. Kontrovers diskutiert wurden auch mögliche Alternativen zu marktwirtschaftlichen Strukturen und die Notwendigkeit, konventionelles ökonomisches Denken kritisch zu hinterfragen. Mit dieser und weiteren Veranstaltungen möchte das Institut für Ökonomie zu einem vertieften, multiperspektivischen Verständnis unserer gegenwärtigen sozioökonomischen Realität beitragen.

Oetinger Vortrag
Bolko von Oetinger in der Villa Veltin
CC BY-NC-ND 4.0 by Tobias Ebbing

Dritter Offener Hörsaal zum Thema „Zusammenhalt: Die Verantwortung der Wirtschaft“

Mit dem Offenen Hörsaal lädt die Cusanus Hochschule regelmäßig interessierte Bürger_innen, Freund_innen und Förder_innen der Hochschule zu einem Austausch über relevante gesellschaftspolitische Themen ein. Als zentraler Bestandteil des gesellschaftlichen Dialogs der Hochschule sollen die öffentlichen Vorträge mit anschließender Diskussion eine Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft schlagen. Der Dritte Offene Hörsaal fand am Dienstag den 13. November 2018 mit dem Thema ‚Demokratischer Zusammenhalt: Die Verantwortung der Wirtschaft‘ statt. Prof. Dr. Silja Graupe, Professorin für Ökonomie und Philosophie und kommissarische Präsidentin der Cusanus Hochschule, begrüßte zu ihrem Vortrag etwa einhundert interessierte Gäste in der Alten Güterhalle in Kues.

Eingeleitet wurde der Vortrag mit einer Hörprobe von Edvard Griegs Orchesterstück ‚In der Halle des Bergkönigs‘. Daran wurde deutlich, dass das Gelingen eines Konzerts nur möglich ist, wenn die einzelnen Musiker_innen nicht nur ihr Instrument und die Partitur beherrschen, sondern aufmerksam gegenüber den anderen sind, auf sie hören und eingehen. Dieses Beispiel des gemeinsamen Musizierens, so Prof. Graupe, lässt sich auch auf öffentliches Handeln in einer Demokratie übertragen: Auch hier gingen Menschen miteinander um, in dem sie aufeinander achteten und durch Einhaltung allgemeiner Regeln und Normen auf ein gemeinsames Ziel hin agierten.

Im Bereich der Wirtschaft gehe diese Erfahrung eines gemeinsamen, schöpferischen Handelns jedoch durch die Zunahme von genormten, arbeitsteiligen und rationalisierten Arbeitsprozessen mehr und mehr verloren, was – im Bild der Musik – zu zunehmender Disharmonie und zu gesellschaftlichen Verwerfungen führe. Hier sei ein Umdenken in unserer heutigen Ökonomie notwendig. Sie müsse den Menschen wieder den nötigen Raum geben, um sich auf das Fremde und den Anderen einzulassen und gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen der Zeit zu suchen.

Offener Hörsaal
Volles Haus beim Offenen Hörsaal
CC BY-NC-ND 4.0 by Tobias Ebbing

Studierende melden sich zum Thema Grundeinkommen und Wachstumskritik zu Wort

Valentin Sagvosdkin (MA Ökonomie) hat bei Exploring Economics und im Oxiblog ein eindringliches Plädoyer für eine differenziertere Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen veröffentlicht. Seine These: Eine undifferenzierte Debatte, die nicht deutlich macht, über welches Grundeinkommen gerade gesprochen wird, lasse Fragen nach sozialer Gerechtigkeit verschwinden und schade letztlich auch dem Anliegen der bGE-Bewegung.

Das Thema des bedingungslosen Grundeinkommens habe es zwar in die breite Öffentlichkeit geschafft, in der Debatte werde aber nicht deutlich genug herausgestellt, dass die Ausgestaltung eines bGEs sehr unterschiedliche Zielsetzungen und mögliche Wirkungen beinhalten könne. So könnte eine neoliberale Variante sogar Armut und soziale Ungleichheit verstärken. Eine differenzierte Diskussion könnte hingegen wieder soziale Fragen in den Fokus rücken und auch Lösungen abseits des Grundeinkommens aufzeigen. Insbesondere würde eine klare Abgrenzung etwa vom „solidarischen Grundeinkommen“ oder von neoliberalen Varianten dieser gut tun sowie "das Vertrauen, dass uns nicht nur Geschichten und Visionen, sondern auch das Ringen um soziale Fragen mittels Argumenten weiterbringt."

Alexander Feldmann (MA Ökonomie) dagegen widmete sich in der Tageszeitung Luxemburger Wort der ebenfalls lauter werdenden Debatte um die Grenzen wirtschaftlichen Wachstums. Sein Artikel "Wenn weiteres Wachstum keinen Sinn mehr macht" nimmt einen offenen Brief von 200 Wissenschaftler_innen im Rahmen der Post-Growth Conference vom 17. bis 19. September im Europaparlament in Brüssel zum Anlass. Die Wissenschaftler_innen stellen das Dogma unbegrenzten Wachstums in Frage und fordern u.a. eine Sonderkommission zu Post-Wachstums Zukunft, eine Umwidmung des Wachstums- und Stabilitätspakts in einen Stabilitäts- und Wohlbefindenspakt und nationale Ministerien zur Wirtschaftstransformation.

Feldmann zitiert einen der Unterzeichner, den englischen Ökonomen Tim Jackson: "Wollen wir den Wandel geplant, oder durch Kollaps?" und resümiert: "Wie immer ist es 5 vor 12. Wollen wir uns von den angesprochenen Krisen überrollen lassen, um dann nur auf Krisensymptome mit einem ausrangierten Methodenset reagieren, um so unsere Welt zusammen zu halten, oder wollen wir selbstbestimmt, demokratisch die Chance nutzen, eine bessere und gesündere Welt für uns und unsere Kinder gestalten?"

Neuerscheinungen

Institut für Philosophie

Morosow, Witalij (2018): Das Erbe des Nikolaus von Kues im Spiegel der Alchemie. In: Texte und Studien zur europäischen Geistesgeschichte, Reihe B, Bd. 16. Münster. Das Projekt wurde betreut von Harald Schwaetzer.

Volzhin, Sergei (2018): Johann Georg Hamann: Wiederentdeckung der coincidentia oppositorum im Zeitalter der Aufklärung. In: Philosophie interdiziplinär, Bd. 44. Regensburg.

Coincidentia. Zeitschrift für europäische Geistesgeschichte, Bd. 9/2 (2018). Bernkastel-Kues / Münster. Zu Geschichte und Bild vom Tier mit Beiträgen u.a. von David Bartosch und Hans Werner Ingensiep.

Eine gesamte Liste aller Neuerscheinungen von 2018 finden Sie auf unserer Website.

Institut für Ökonomie

Graupe, Silja / Steffestun, Theresa (2018): The market deals out profits and losses – How Standard Economic Texbooks Promote Uncritical Thinking in Metaphors. In: Journal of Social Science Education Vol. 17 (3). Den Text finden Sie hier.

Pühringer, Stephan / Bäuerle, Lukas (2018): What economics education is missing: the real world. In: International Journal of Social Economics Vol. 45 (10). Den Text finden Sie hier.

Eine gesamte Liste aller Neuerscheinungen von 2018 finden Sie auf unserer Website.

Termine

Workshop: Rechtspopulismus

Datum: 07. Januar 2019

Ort: Wirtschaftspolitische Akademie, Graz

Workshop von Prof. Dr. Walter Ötsch zum Thema Rechtspopulismus, veranstaltet von der Wirtschaftspolitischen Akademie in Graz.

Master Studieninfotag – Ökonomie und Philosophie

Datum: 08. Januar 2019

Ort: Cusanus Hochschule

Herzliche Einladung an alle Studieninteressierten, die sich ein lebendiges Bild von den beiden Masterstudiengängen Philosophie und Ökonomie machen möchten. Mehr Infos unter Studieninfotage.

Bachelor Studieninfotag – Ökonomie und Philosophie

Datum: 05. Februar 2019

Ort: Cusanus Hochschule

Herzliche Einladung an alle Studieninteressierten, die sich ein lebendiges Bild von den beiden Bachelorstudiengängen Philosophie und Ökonomie machen möchten. Mehr Infos unter Studieninfotage.

Jahresempfang 2019 der Cusanus Hochschule

Datum: 08. Februar 2019, 18:00 – 22:00 Uhr

Ort: Kloster Machern, Zeltinger Brücke, Zeltingen

Am 8. Februar findet der diesjährige Jahresempfang der Hochschule statt. In diesem Rahmen werden auch die Masterabschluss-Urkunden verliehen.

Orientierungstage – Jenseits der üblichen disziplinären Grenzen

Datum: 01. – 03. März 2019

Ort: Studierendenhaus Bernkastel-Kues, Jugendherberge 1

Vom 1. bis 3. März 2019 laden die Cusanus Hochschule und die Cusanus Studierendengemeinschaft herzlich zu einer Orientierung in den geistes-, wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Studiengängen in Bernkastel-Kues ein! Mehr Infos hier.

Bachelor Studieninfotag – Ökonomie und Philosophie

Datum: 30. April 2019

Ort: Cusanus Hochschule, 54470 Bernkastel-Kues

Herzliche Einladung an alle Studieninteressierten, die sich ein lebendiges Bild von den beiden Bachelorstudiengängen Philosophie und Ökonomie machen möchten. Mehr Infos unter Studieninfotage.

Populismus: Krise oder Chance für die Demokratie?

Datum: 11. Mai 2019

Ort: Jägermayrhof Linz

Workshop zum Thema „Populismus: Krise oder Chance für die Demokratie“ von Prof. Dr. Walter Ötsch zusammen mit Nina Horaczek, veranstaltet vom Renner-Institut Oberösterreich.

Master Studieninfotag – Ökonomie

Datum: 14. Mai 2019

Ort: Cusanus Hochschule

Herzliche Einladung an alle Studieninteressierten, die sich ein lebendiges Bild vom Masterstudiengang Ökonomie machen möchten. Mehr Infos unter Studieninfotage.