Der Studiengang

Willkommen am Institut für Philosophie!

Seit dem Wintersemester 2016/17 bieten wir den Bachelorstudiengang „Philosophie“ an. Er startet mit dem Schwerpunkt „Soziale Verantwortung“ und wird Sie in sechs Semestern zum Bachelor of Arts (B.A.) führen. Der Schwerpunkt „Unternehmensgestaltung“ ist für den Bachelorstudiengang „Philosophie“ akkreditiert und ab dem Wintersemester 2018/19 geplant.

Auch Sie haben das Gefühl, dass es ungerecht auf der Welt zugeht:

  • Wie lässt sich dieses Gefühl begründen?
  • Wer sagt, was gerecht ist, und mit welchem Recht sagt er das?
  • Wie kann man nach Sinn und Wahrheit fragen?

Auch Sie stehen vor Fragen und Entscheidungen:

  • Wie lässt sich ein Leben im 21. Jahrhundert verantworten und wem gegenüber?
  • Wie lässt sich gutes Leben für sich selbst gestalten und für andere ermöglichen?

Dies alles und vieles mehr sind nicht nur Ihre Fragen, sondern auch Fragen der Philosophie.

Sie möchten Philosophie nicht einfach als Wissenschaft im „Elfenbeinturm“ betreiben, aber auch nicht in einen unreflektierten, selbstgewissen Aktionismus verfallen. Sie wollen Fragen stellen und Antworten suchen dürfen. Sie sind bereit, Verantwortung in der Gesellschaft und für die Gesellschaft zu übernehmen. Sie möchten als Persönlichkeit im Studium wachsen, gemeinsam denken lernen, und Sie suchen hierfür den Austausch in kleinen Gruppen und die lebendige Diskussion.

Dann sind Sie bei uns richtig!

Studienverlaufsplan

Modulhandbuch

Das Modulhandbuch des Studiengangs können Sie hier herunterladen.

Der Aufbau des Studiengangs

Grundlagen (1.-2. Semester)

Im ersten und zweiten Semester widmen wir uns vor allem dem Studium von Erkenntnistheorie und Ethik, erweitert durch Module zu Wahrnehmen und Verstehen sowie zur künstlerischen Gestaltung von Welt. Gleichzeitig bieten die Studia humanitatis-Module dafür einen anthropologischen und geisteswissenschaftlichen Rahmen, während die ökonomischen Module den Blick auf Handlungsmöglichkeiten und -voraussetzungen in der Gesellschaft allgemein sowie konkret in wirtschaftlichen Institutionen lenken. Unsere breit angelegten Einführungsmodule befähigen Sie, die grundlegenden Disziplinen der Philosophie und ihre Methoden als wissenschaftliches Denkinstrumentarium handhabbar zu machen.

Schwerpunktsetzung (3.-6. Semester)

Ab dem dritten Semester verbinden sich Ethik und Erkenntnistheorie zu einem spezifischen Wissen und Können im Bereich von Verantwortung. Sie sind in der Lage, Fragen nach Sinn und Moralität in ihrer Komplexität zu durchdenken und können sie auf konkrete gesellschaftliche Felder beziehen. In den Schwerpunktmodulen erarbeiten wir uns die Kernpunkte von „Sozialer Verantwortung“ mit Hilfe verschiedener Disziplinen: der Ethik, der Kulturgeschichte, der Sozialphilosophie, der Ökologie, der Politischen Theorie. Im Bereich der Ökonomie beschäftigen wir uns vor allem mit Fragen der Gestaltung von Institutionen und Organisationen, d.h. mit jenen sozialen Beziehungen, die nicht einfach nur durch anonyme Regeln oder „Sachzwänge“ geprägt sind. Die zwei Module der Studia humanitatis zu „Dialog und Begegnung“ und „Wissenschaft und Bildung“ reflektieren die Rolle von Verantwortung in Wissenschaft und Gesellschaft.

Vertiefung (5.-6. Semester)

Die erworbenen, fächerübergreifenden Fähigkeiten und Kenntnisse können Sie im fünften und sechsten Semester nochmals ausdrücklich auf den Horizont von Existenz und Sinn beziehen, aber auch etwa unter Hinsicht auf „Gutes Leben“ im interdisziplinären Dialog von Ökonomie und Philosophie zusammenführen, um sie in der BA-Arbeit abschließend anhand eines eigenen Themas konzentriert zu vertiefen.

Handlungsorientierung (4. & 6. Semester)

Im vierten und sechsten Semester bearbeiten Sie auf Grundlage des in den ersten Semestern erworbenen Wissens und Könnens in Lehr-Projekten gemeinsam mit anderen Studierenden zunehmend eigenständig Projekte von gesellschaftlicher Relevanz. Die Module „Reflexion eigenen Engagements“ im dritten und fünften Semester eröffnen darüber hinaus Räume, um sich im Rahmen von Praktika in wissenschaftlichen, kulturellen oder sozialen Einrichtungen zu engagieren und zu üben.

Studia humanitatis (1.-6. Semester)

Vom ersten bis zum vierten Semester besuchen Sie gemeinsam mit den BA-Studierenden aller Fächer zudem die Studia humanitatis.

Profilmerkmale des Studiengangs sind

Denken lernen

Philosophie vollzieht sich in Kommunikation: auf Marktplätzen, Bahnhöfen oder Cafés, aber auch im Zwiegespräch mit sich selbst. Welt- wie Selbsterkenntnis muss und kann man lernen. Das Leben wird dadurch vielschichtiger und gestaltbar. Denken ist anstrengend, aber es hilft. Denn Sie entdecken so die Tiefen und Untiefen des Lebens, aber auch die Eigenständigkeit und Widerständigkeit einer Ideenwelt.

Ein selbständiger Umgang mit der Ideenwelt macht Sie urteilsfähig. Jenseits von Fundamentalismus und Beliebigkeit gewinnen Sie so Orientierungsmöglichkeiten. Im Studium häufen Sie nicht einfach Wissen an, sondern lernen auf wissenschaftlicher Grundlage, einen Gedanken zu denken oder eine eigene Argumentation zu entwickeln und anderen gegenüber darzustellen oder zu vertreten. Weil Sie bei uns auf diese Weise als aus Erkenntnis handelnder Mensch im Mittelpunkt stehen, können Sie an philosophischen Ansprüchen wachsen, übrigens auch noch nach dem Studium.

Aus Erkenntnis handeln

Unser Studiengang versteht Denken und Handeln als aufeinander bezogen. Fragen nach Wahrheit, Sinn und Verantwortung bilden die Essenz einer Philosophie für das 21. Jahrhundert. Den Studiengang zeichnet eine intensive Beschäftigung mit Primärtexten und direkten Erfahrungen aus. Sie dürfen sich wirklich mit Texten und Beispielen aus Bildender Kunst und Musikgeschichte oder anderem verbinden und Gegenwartsprobleme in Augenschein nehmen. Sie lernen dabei, wie Wahrnehmung geschult und Verstehen geübt und reflektiert werden kann, um aus Erkenntnis handeln zu können.

Entscheiden können

Menschliche Existenz heißt, sich zu entscheiden – wer nicht entscheidet, hat sich auch entschieden. Sie lernen, Entscheidung als Prozess zu verstehen, Fähigkeiten wie kreative Phantasie zu entwickeln und die Einbettung in ökonomische und gesellschaftliche Kontexte zu bedenken.

Verantwortung tragen

Sie bilden ein Verantwortungs- und Wertebewusstsein aus, indem Sie das Beziehungsgefüge von Philosophie, Wirtschaft und Gesellschaft verstehen lernen. Wenn Sie bei uns Philosophie studieren, studieren Sie nicht nur Philosophie. Verantwortung übernehmen zu können, heißt auch, sich Wissen und Fähigkeiten auf anderen Feldern anzueignen. Insbesondere die Ökonomie spielt dabei in der gegenwärtigen Gesellschaft eine besondere Rolle. Deswegen pflegen wir einen intensiven Diskurs besonders mit ihr. Wichtig ist dabei, dass es sich an der Cusanus Hochschule nicht einfach nur um eine abstrakt-mathematische VWL, sondern um wirklich sprachfähige, plurale Wirtschaftswissenschaften handelt. Ergänzend bedarf es dazu geistes- und kulturgeschichtlicher Inhalte. Denn wer die Herausforderungen von Morgen im Heute meistern will, muss um das Gestern wissen.

Gegenwartsfähig werden

Wer das „Heute“ verstehen will, muss wissen, was das „Heute“ eigentlich ausmacht. Menschen und ihre Zeiten – beide haben Geschichte. Biographien, soziale Zusammenhänge und Geistes- und Kulturgeschichte angemessen zu verstehen und zu gestalten ermöglicht uns, in Geschichten und Geschichte miteinander leben zu können.

Gestalten üben

Welt- und Selbstgestaltung bedarf heute mehr denn je eines grundlegenden philosophischen Nachdenkens, aber auch elementarer Fähigkeiten einer pluralen Ökonomie – konkret und lebensnah. Bei uns soll die theoretische Reflexion nicht vom Leben wegführen, sondern zu besserem Handeln befähigen. Umgekehrt soll praktische Kenntnis und Erfahrung das wissenschaftliche Nachdenken vertiefen. Deshalb vermitteln wir nicht nur Methoden engagierter Forschung, sondern konfrontieren diese mit der Praxis von Institutionen und Gesellschaft.

Persönlichkeit bilden

Die Studia humanitatis bilden das Herzstück aller Studiengänge an der Cusanus Hochschule; sie werden von den Studierenden der unterschiedlichen Fächer gemeinsam besucht, so dass der interdisziplinäre Dialog zur gelebten Praxis wird. Die vier Themenbereiche „Anthropologie und Biographie“, „Europäische Geistes- und Kulturgeschichte“, „Dialog und Begegnung“ und „Wissenschaft und Bildung“ gewähren Ihnen eine universale Bildung im humanistischen Sinne. Geistesgeschichte, Moralphilosophie und Literatur stellen Ihr Studium in einen wertbezogenen Rahmen. Gleichzeitig stehen Sie als Mensch im Vordergrund: Wie können Sie sich entfalten und zu einer Persönlichkeit reifen? Wie möchten Sie in Gemeinschaft leben und wirken?

Lernen im Dialog

Der Dialog ist die philosophische Gattung schlechthin. Das „dialegestai“ ist für Sokrates diejenige Form, durch die Täuschung oder Irrtum überwunden und Wahrheit miteinander gefunden wird. Deswegen ist der Dialog für uns Methode des Studiums. Pro Jahrgang lassen wir nur ca. 25 Studierende zu. An der Cusanus Hochschule lernen Sie also in kleinen Gruppen und in einer konzentrierten Atmosphäre. Die Wege in Bernkastel-Kues sind kurz, Gespräche dürfen aber länger sein.

Blockseminare und Hochschulleben

Alle Präsenzphasen des Studiums finden in Form von Blockveranstaltungen (zumeist drei oder sechs Tage) statt. Dies ermöglicht Ihnen ein konzentriertes Lernen, ein tatsächliches Eintauchen in den Lehrstoff und den intensiven Austausch mit Lehrenden und Kommilitonen. Die Blockseminare ermöglichen Ihnen auch, wenn Sie möchten, zwischen den Präsenzphasen außerhalb von Bernkastel-Kues zu wohnen und sich auch andernorts gesellschaftlich engagieren. Weitere Informationen zum Lehrkonzept der Blockwochen finden Sie hier.

Das Hochschulleben gestalten alle gemeinsam, und Sie werden schnell merken, was sich in einer Kleinstadt alles bewegen lässt, wenn dort eine junge Hochschule wächst. Gleichzeitig studieren Sie im Herzen Europas und spüren den Puls der akademischen Forschung. Die Hochschule ist international vernetzt – u.a. mit Italien, Frankreich, Japan, den Niederlanden, Russland, Lateinamerika oder Österreich.