Der Studiengang

Willkommen am Institut für Ökonomie!

Wie lässt sich das ökonomische Denken wirklich und kritisch verstehen? Wie hängt der Aufstieg der Ökonomie zur Leitwissenschaft mit gesellschaftlichem und politischem Wandel zusammen? Was bedeutet eine plurale Ökonomie? Auf welche Weise kann eine neue ökonomische Lehre und Forschung zur Gestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft jenseits der „Sachzwänge des
Marktes“ beitragen? Lassen sich wirksame Alternativen zur Ökonomisierung der Lebenswelten denken? Wie ist ein persönliches, reflektiertes und verantwortliches Engagement in Wirtschaft und Gesellschaft möglich?

Sie haben auch solche Fragen? Bringen Sie sie mit! Wir freuen uns darauf, sie im Studium gemeinsam mit Ihnen zu bearbeiten.

Studienverlaufspläne

Modulhandbuch

Das Modulhandbuch können Sie hier herunterladen.

Der Aufbau des Studiengangs

Studia humanitatis (1.-4. Semester)

Die Studia humanitatis bilden das gemeinsame Herzstück aller Studiengänge der Cusanus Hochschule. Ihr Kernanliegen ist, Ihnen zu helfen, sich als Persönlichkeit in sozialer Verantwortung selbst zu bilden und die Professionalität Ihres jeweiligen Studienziels in ein wertbezogenes Ganzes zu integrieren. Veranstaltungen der Studia humanitatis im Masterbereich sind: Bildung und Biographie / Anthropologie der Neuzeit / Begegnung und Gemeinschaft / Freiheit und Kreativität.

Kernmodule (1.-2. Semester)

In den Kernmodulen reflektieren die Studierenden die grundlegenden Ideen und Denkweisen der Ökonomie. Sie legen deren stillschweigende Voraussetzungen offen, insbesondere in kultur- und ideengeschichtlicher Hinsicht. Wir erforschen in diesem Modul auch, wie ökonomisches Denken gesellschaftlich wirksam geworden ist und heute wirksam wird. Gleichzeitig erschließen Sie sich eine alternative Wissenschafts- und Methodenvielfalt (Plurale und Interdisziplinäre Ökonomie), um Problemlagen aus neuen Perspektiven und mit unterschiedlichen Erfahrungszugängen zu durchdringen. Dabei stehen Fragen nach der Gestaltbarkeit von Institutionen, also Gewohnheiten, Strukturen und Normen, im Vordergrund. In einem weiteren Schritt machen die Studierenden diese Vielfalt in konkreten Feldern gesellschaftlichen Engagements fruchtbar. Die Module sind: Ökonomie und Ökonomisierung / Kulturgeschichte des Denkens über Wirtschaft / Wirkungsforschung / Interdisziplinäre Methoden / Institutionsgestaltung.

Schwerpunktmodule (2.-4. Semester)

Die Schwerpunktmodule (Wahlpflichtmodule) bieten Ihnen die Gelegenheit, je nach Interesse, Ihre Fähigkeiten entweder im Bereich der Gesellschaftsgestaltung oder im Bereich der Wirtschaftsgestaltung zu erweitern. Die Module sind: Gesellschafts- bzw. Wirtschaftsthemen der Wirkungsforschung / Interdisziplinäre Methoden – Vertiefung / Heterodoxe ökonomische Methoden / Gesellschafts- bzw. Wirtschaftsgestaltung.

Forschungsmodule (1.-4. Semester)

Im Rahmen der Module Forschungswerkstatt, Forschungsprojekt, Masterarbeit und – kolloquium entwickeln und bearbeiten Sie zunehmend selbständig Ihre eigenen wissenschafts- und gesellschaftsrelevanten Themenstellungen. Dabei entstehen Freiräume für die Entwicklung Ihres eigenen pluralen, reflektierten und transdisziplinären Wissenschafts- und Forschungsverständnisses.

Praxis-Reflexion (2.-3. Semester)

An der Cusanus Hochschule verschränken wir Theorie und Praxis produktiv: Eine fundierte theoretische Reflexion soll zur vertieften und verantwortungsvollen Teilhabe an und der Gestaltung von Gesellschaft befähigen. Umgekehrt sollen praktische Fragestellungen und Probleme den wissenschaftlichen Diskurs anregen. Speziell das Modul Praxis-Reflexion erlaubt es, innovative Wechselbeziehungen von Theorie und Praxis zu erproben.

Profilmerkmale des Studiengangs sind

Ökonomie im doppelten Wortsinn verstehen

„Ökonomie“ bezeichnet sowohl die Wirtschaft als reales Phänomen als auch die akademische Reflexion über dieses Phänomen, die Wirtschaftswissenschaften. Genau diesen Zusammenhang von Denken in wirtschaftlichen Kategorien und gesellschaftlichem Handeln wollen wir mit Ihnen erforschen. Dabei interessiert uns besonders, wie ökonomische Denkweisen alltägliches Handeln sowie politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen prägen – oder allgemeiner gesagt: Wie das Denken die Welt verändert.

Kernfragen der Ökonomie bearbeiten

In unserem Studiengang lernen Sie eine Vielfalt an Methoden und Theorien kennen – auch und gerade aus anderen Disziplinen (wie der Philosophie). Dabei forschen wir mit Ihnen sowohl jenseits als auch über den ökonomischen Mainstream. So legen wir etwa das Denkfundament der Mainstream-Ökonomie mit Hilfe der Erkenntnistheorie und der Wissenschaftstheorie offen. In dieser Tiefe entwickeln wir andere Erkenntnisformen, die eine solide Grundlage für nachhaltige Lösungen bilden. Methoden- und Theorienvielfalt stellt dabei für uns keinen Selbstzweck dar und ist keineswegs beliebig. Wir möchten Ihnen helfen, bewusst Entscheidungen über Ihr eigenes Denken, seine Stile, Gegenstände und Voraussetzungen zu treffen. Auf diese Weise werden Sie fähig, nicht erst auf der Handlungsebene, sondern bereits im Selbstdialog, in Gesprächen und öffentlichen Diskursen Verantwortung im Ringen um Wahrheit und Sinn zu übernehmen.

Geistesgeschichte für Geistesgegenwart pflegen

Wesentlich ist uns eine fundierte Auseinandersetzung mit der Geistes- und Ideengeschichte des Denkens über Wirtschaft und Gesellschaft. Auf diese Weise lernen Sie – das ist unser Anspruch – verschüttete Alternativen zur heutigen Lehre erkennen und für die Gegenwart fruchtbar zu machen.

Vielfalt und Verantwortung im Denken ermöglichen

Sie lernen wichtige Akteure der Wirtschaft und ihre Einflüsse kennen, erfahren von realen Problemen der heutigen Marktwirtschaft und studieren Phänomene der Ökonomisierung der Lebenswelten. Zudem geht es uns um ein besseres Verständnis der Gestaltung von Institutionen, d.h. den grundlegenden Gewohnheiten, Regeln, Normen und Werten sozialen Zusammenlebens sowie von Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen.

Transdisziplinarität leben

Die britische Premierministerin Margret Thatcher (1925-2013) konstatierte: „There Is No Alternative“ – Es gibt keine Alternative zur neoliberalen Marktwirtschaft. Wir sagen: „There Are Thousands of Alternatives!“ – vorausgesetzt, man ist in der Lage, Gewohnheiten im Denken zu durchbrechen und Theorie und Praxis aufgabenbezogen aufeinander zu beziehen. Unsere Forschungs- und Praxismodule eröffnen Freiräume, in denen Sie transdisziplinär – also im Dialog mit AkteurInnen aus Politik, Ökonomie, und Gesellschaft – konkrete inhaltliche Problemstellungen der Ökonomie- und Gesellschaftsgestaltung bearbeiten können, die Ihnen selbst wesentlich sind.