Der Studiengang

Zur Erkenntnis kann man nicht gezwungen werden. Sie fällt aber auch nicht einfach vom Himmel. Zu Selbsterkenntnis und Weltverständnis muss ein jeder sich selbst bilden. So steht im Anfang das Erlebnis eines Nichtwissens – „belehrte Unwissenheit“, wie Nikolaus von Kues es nennt. Wie diese Einsicht eine Herkunft hat, so hat sie auch eine Zukunft: Einer solchen Unwissenheit wird Selbst und Welt in einem existentiellen Sinne zu einer Frage. Der Beginn eines Bildungsweges ist es, eine solche Frage als Aufgabe aufzugreifen.

Philosophische Herausforderungen

Fragen kommen auf einen zu. Um Fragen muss man ringen. Wirkliche Fragen kommen aus dem Innern. Wirkliche Fragen stellt einem das Leben.

Aus dieser Spannung heraus eine präzise Frage formulieren zu lernen, die das Studium trägt, ist die Herausforderung im Masterstudiengang Philosophie. Eine Antwort darauf wird keine Antwort sein, sondern eine Fähigkeit. Wahrnehmen und Verstehen des Eigenen wie des Fremden, Sinn entdecken und Entscheidungen wagen – ein stetes Sich-Hineinbewegen in Fragwürdiges; je genauer man es fasst, desto mehr Leben entwickelt es, und in dieses Leben sind Menschen und Welt verwoben – sie wandeln sich mit und in dieser Bewegung.

„Denn mit der Tiefe des Gedankens wächst auch seine Aktualität“ (Heinrich Barth).

Studienverlaufsplan

Modulhandbuch

Das Modulhandbuch können Sie hier herunterladen.

Der Aufbau des Studiengangs

Studia humanitatis (1.-4. Semester)

Die Studia humanitatis bilden das gemeinsame Herzstück aller Studiengänge der Cusanus Hochschule. Ihr Kernanliegen ist, Menschen zu helfen, sich als Persönlichkeit in sozialer Verantwortung selbst zu bilden und die Professionalität ihres jeweiligen Studienziels in ein wertbezogenes Ganzes zu integrieren. Veranstaltungen der Studia humanitatis: Bildung und Biographie / Anthropologie der Neuzeit / Begegnung und Gemeinschaft / Freiheit und Kreativität.

Kernmodule (1.-2. Semester)

In den Kernmodulen entwickeln wir systematisch ein breites Verständnis verschiedener Konzepte des Geistes in geschichtlicher, interkultureller, methodischer und institutioneller Hinsicht. Schwerpunkte bilden Geistes- und Ideengeschichte, Hermeneutik, Phänomenologie, Interkulturelle Konzepte des Geistes und Konzepte geistiger Bildung, die in enger Verzahnung von Theorie und Lebenspraxis erforscht und wissenschaftlich reflektiert werden.

Forschungsmodule (1.-4. Semester)

In eigenständigen Forschungsprojekten geht es darum, Voraussetzungen von Wissenschaft offenzulegen und Grenzen des Erkennens produktiv zu überwinden. Wir nehmen bestehende wissenschaftliche Ansätze auf, die gesellschaftlich relevant sind, und entwickeln sie weiter. Im Rahmen der Module Forschungswerkstatt, Forschungsprojekt, Masterarbeit und -kolloquium werden Sie Teil unserer Gemeinschaft von Forscherinnen und Forschern und entwickeln und bearbeiten diesem Rahmen zunehmend selbständig Ihre eigenen Themenstellungen. Dabei entstehen Freiräume für die Entwicklung eines pluralen, reflektierten und transdisziplinären Wissenschafts- und Forschungsverständnis.

Praxis-Reflexion (2.-3. Semester)

An der Cusanus Hochschule möchten wir Theorie und Praxis produktiv verschränken: Eine fundierte theoretische Reflexion soll zur vertieften und verantwortungsvollen Teilhabe am gesellschaftlichen Geschehen befähigen und umgekehrt sollen praktische Fragestellungen und Probleme den wissenschaftlichen Diskurs anregen. Speziell das Modul Praxis-Reflexion erlaubt es, innovative Wechselbeziehungen von Theorie und Praxis zu erproben.