Schwerpunkt

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„Konzepte des Geistes“ zu verstehen und zu entwickeln, bedeutet, die menschliche Existenz ernst zu nehmen. Im Laufe der Geschichte und der Entfaltung unterschiedlicher Kulturen hat der Mensch eine Fülle von Formen, Konzepten und Erscheinungsweisen des Geistigen hervorgebracht, in denen sich sein Selbstverständnis ausdrückt. Auch heute bedürfen wir einer denkenden, schöpferischen Reflexion auf das, was der Mensch war, ist und sein will. Vor diesem Hintergrund lernen unsere Studierenden in einem Schwerpunktmodul „Konzepte des Geistes – interkulturell“ Voraussetzungen und Ausprägungen des Islam, des Judentums, der indischen Philosophie usw. kennen.

Philosophie hat von jeher die Aufgabe, über die Fachdisziplinen hinaus zu diesem grundlegenden Verständnis von Mensch und Welt auf konstruktive Weise beizutragen. In einer Zeit, in der Erkenntnis immer theoretischer gedacht und in den Dienst analytisch-naturwissenschaftlicher Weltauslegung gestellt wird, sehen wir es als unsere Aufgabe, wieder eine grundsätzliche methodische Offenheit als Ausgangspunkt des Philosophierens zu setzen und von dieser ausgehend, den eigenen Bildungsweg zu beschreiten. Das Schwerpunktmodul „Prozesse geistiger Bildung“ fragt nach systematischen, philosophischen Wegen, auf denen Selbstentwicklung geschehen kann.

Die damit einhergehende Transformation ist Teil eines humanistischen Philosophieverständnisses. Der Mensch ist Mittelpunkt des Erkenntnisvollzugs, nicht eine Größe, die es auszuklammern gilt. Ebenso sehen wir ihn als Teil eines lebendigen Ganzen, welcher durch sein Denken und Handeln entweder Konzepte hervorbringt, die zerstörerisch auf seine Mitwelt wirken, oder auch aufbauend und belebend. Philosophie so verstanden ist ein dem Leben zugewandter, verantworteter, praktischer Prozess, den Lehrende und Studierende gemeinsam gehen.